EOTRH

  • Hallo Forum,

    einer meiner Esel hat EORTH. Er ist 14 Jahre alt, die Probleme haben vor ca 4 Jahren angefangen, also in recht jungem Alter. Cushing oder irgendwelche anderen Erkrankungen sind nicht bekannt. Die Tierärztin kommt alle 4-6 Monate zum Zähne machen, keine schöne Angelegenheit. Inzwischen ist die Situation so, dass wir wahrscheinlich bei der nächsten Sitzung ein paar, wenn nicht alle Schneidezähne ziehen müssen. Seit 2 Wochen gelingt es mir ihn mit Vitalpilzen (Euident) zu füttern. In aufgeweichten Heucobs nimm er sie, zuvor waren alle Versuche, es irgendwo unterzumischen gescheitert. Er ist extrem skeptisch wenn irgendwas anders riecht :-)


    Hat jemand von Euch Erfahrung mit Vitalpilzen?

    Ich bin auch etwas unsicher mit der Dosierung, auf der Packung steht nur die Dosierung für Pferde. Halbieren?


    Ich würde ihm das Zähne ziehen gerne zumindest noch eine Zeitlang ersparen.


    Liebe Grüße

    Barbara

  • Hallo Barbara.

    Mit EORTH habe ich keine Erfahrung, kenne aber etliche Leute aus der Islandpferdszene, die sich damit auskennen. Wenn Du möchtest, bringe ich Dich gern in Kontakt mit ihnen.

    Was das Ziehen der Schneidezähne angeht: Ich habe zwei alte Esel und eine sehr alte Pferdestute (47 Jahre - in ein paar Tagen 48), die keine Schneidezähne mehr haben. Sie mussten aus den verschiedensten Gründen gezogen werden. Ich habe mich sehr schwer mit der Entscheidung getan, muss aber sagen, dass es für die Tiere problemlos war. Gras zupfen ist kein Problem, weil sie das ja nicht mit den Zähnen, sondern mit den Lippen tun. Aber auch Rinde knabbern sie problemlos. Und kauen tun sie ja mit den Scheidezähnen nicht. Eine Eselin lässt gelegentlich die Zungenspitze raushängen, wenn sie sehr entspannt ist. Aber nicht permanent. Ich habe bei keinem der Tiere eine Beeinträchtigung durch das Ziehen der Schneidezähne bemerkt; sie arrangieren sich gut damit.


    Vielleicht kann sich Deine Tierärztin mit Dr. Martin Stoll in Verbindung setzen (googlen). Er ist wohl einer der erfahrensten Tierärzte in Deutschland, was Esel angeht und hat sich auf Zahnheilkunde spezialisiert. Er berät gern Kollegen, allerdings nicht die Tierbesitzer direkt. Sicherlich kann er auch etwas über die Dosierung der Vitalpilze für Esel sagen, falls er die anwendet. Halbierung der Dosierung ist nicht immer angebracht - die Werte schwanken manchmal nach oben, manchmal nach unten, je nach Mittel.


    Gruß uta

    Think positive -

  • Eine TÄ hatte bei meinem Wallach auch "mal eben so" von EOTRH gesprochen.


    Souel Maleh, dem Vorsitzender der IGFP (http://www.igfp-ev.de) und vom Eselvirus befallen, war zu diesem Zeitpunkt (2014) k e i n Esel mit EOTRH bekannt. Auch alle späteren jährlichen Zahnbehandlungen, für die ich ein IGFP-Mitglied habe, haben die Diagnose nicht bestätigt und der Wallach hat noch seine Schneidezähne.


    Die von der IGFP geprüften (und entsprechend ausgestatteten) Dentisten sind inzwischen doch in angemessener Entfernung zu finden, schaust Du: https://www.igfp-ev.de/pdp-in-…ehe-gepruefte-mitglieder/.

  • Vielen Dank erst Mal für die Antworten!

    Meine Tierärztin sagt auch schon, dass die Esel in der Regel sehr gut damit zurecht kommen, wenn sie keine Schneidezähne mehr haben. Das sehe ich auch nicht so kritisch. Aber das Ziehen an sich und die Nachbehandlung, davor gruselt es mir...

    Bei Manfred Stoll hatte ich auch schon mal gegoogelt. Dort steht, dass medizinische Pilze die Situation stabilisieren können.

    Wenn ich das so lese, werde ich mir wohl noch eine 2. Meinung einholen.

    Aber davon unabhängig sind die Zähne ja tatsächlich schlecht, dicke Beläge/Krusten, Zahnfleisch entzündet, Zähne zum Teil wackelig und das trotz regelmäßiger Zahnpflege.

    Da wird das mit den Pilzen ja wahrscheinlich erst mal nicht verkehrt sein.

  • Mach Dir keinen Kopf wegen der Nachbehandlung beim Ziehen der Schneidezähne. Meine Eselin (nicht meine, von der Noteselhilfe in Pflege und mit schrecklichen Zahnproblemen behaftet) wollte direkt nach der Narkose im Stehen schon wieder fressen und hat nur etwa zwei oder drei Stunden einen Maulkorb getragen. Ich war verblüfft, wie schnell das "heilt" bzw. sie wieder erst mal Grascobs fressen konnte. Sie hat eine Antibiose bekommen, sonst keine Nachbehandlung - was willst Du da vorne auch machen....


    uta

    Übrigens: Dr. Stoll zu fragen, kann für Deine TÄ kein Schaden sein. in Zahnsachen weiß er tatsächlich etwas mehr als der "normale" Tierarzt. Meiner früher in der Eifel ist immer begeistert mitgefahren, wenn er ein Pferd aus seiner Fachtierpraxis dorthin überwiesen hat.

    Think positive -

  • Danke, das beruhigt mich sehr! Meine TÄ sagte was von täglich spülen über 2 Wochen. Mein Esel ist was Zähne angeht mittlerweile echt sensibilisiert. Wenn ich mir vorstelle, dass wir da täglich ran müssten, wäre es für ihn der totale Horror. Wenn es auch ohne Spülen geht, wäre natürlich super. Ich werde meine TÄ beim nächsten Besuch mal fragen, ob es für sie ok wäre, mal Kontakt mit Dr.Stoll aufzunehmen.

  • Gib ihr doch am besten gleich den link zu seiner Praxis mit - vielleicht "beißt sie an".


    uta

    Think positive -

  • Hallo b321.


    Google Mal nach Entzündungshemende mittel von der Naturheilkunde.

    Evtl kannst du das ein oder andere bei deinen Esel gegen die Entzündung im Zahnfleisch anwenden.

    Evtl so was wie Kamillentee zum Spülen. Vielleicht kannst du es ihm im Trinkwasser anbieten. Oder Propolis ohne Alkohol gegen die Entzündung. Es gibt bestimmt einiges was so noch geht mir sind jetzt nur spontan die zwei Sachen eingefallen. Weil ich letztens wegen Entzündung was geschaut hatte.

    Gruß Moni

  • Hallo Forum,

    ich wollte einmal meine Erfahrung mit der Fütterung von Vitalpilzen (Equident) bei EORTH teilen, falls einen von Euch mal das gleiche Problem trifft. Wir hatten nun die Tierärztin zur Kontrolle der Zähne da. Aufgrund von Corona hat sich die Kontrolle um einige Wochen nach hinten verschoben und eine zweite Meinung hatte ich mir auch nicht einholen können.

    Aber Fazit - Zähne und Zahnfleisch sind besser geworden! Erstmals nach 4 Jahren mussten wir nichts machen bei der halbjährlichen Kontrolle. Wir füttern jetzt seit ca. einem halben Jahr die Vitalpilze und es scheint sich gelohnt zu haben.

    LG

    Barbara