Erschwerte Integration

  • Liebe Eselfreunde, nachdem meine 3. Eselstute, Käthe, nun fast ein Jahr bei uns ist und immernoch nicht wirklich zugänglich ist, habe ich mich entschlossen, euch um Rat zu bitten. Welche Gründe kann es haben, dass sie sich nicht wirklich gut anfassen lässt? Bürsten ist nur angebunden und unter Protest möglich. Hufe kratzen geht erstaunlich gut. Sie wurde von den beiden anderen von Anfang an nicht wirklich gut angenommen, musste sich ihren Platz im Stall erst erkämpfen und steht auch jetzt noch oft abseits der anderen. Sie ist 24, die beiden anderen erst 4 und 6. Sie sind total eifersüchtig wenn ich versuche, mich ihr zu nähern und beißen sie auch gerne mal weg.. bisher dachte ich es braucht einfach Zeit- aber mittlerweile habe ich Angst, dass etwas nicht stimmt mit ihr. Sie stand vorher mit Ziegen zusammen und kam in miserablem Zustand zu mir. Ihr Fell hat sich ganz toll gebessert, die Hufe sehen wieder gut aus und auch Kauen geht nach 2 Zanharztbehandlungen wieder ganz gut, kaum noch Röllchen.. Kann es auch einfach daran liegen, dass sie zu dritt sind und sie quasi das 5. Rad am Wagen ist? Vielleicht hat ja jemand eine Idee. Danke schonmal.

  • Deine letzte Idee war auch meine. Eine ältere Stute dazu? Drei ist (fast) immer eine doofe Idee (sorry.... ist aber so).

    Andererseits habe ich eine dunkle Stute, die sich auch nicht gern anfassen lässt, seit über 30 Jahren. Bürsten nur im Fellwechsel angenehm,. aber regelrecht gierig auf wälzen in frischer Sägespäne-Einstreu. Relativ feines schütteres Fell - vielleicht liegt es auch daran.


    uta

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  • Die Probleme im Stall können auch am Altersunterschied liegen.Ich habe auch eine Stute von 24 Jahren und zwei die erst 6 und eine mit 7 Jahren und eine Stute mit ca 20 Jahren.Wenn ich die Herde beobachte sehe ich genau wie sich die Tiere nach dem Alter sortieren.

    Die jungen sind zusammen und die älteren sind zusammen. Mit dem Anfassen habe noch Geduld,wenn sie in so einem schlechten Zustand kam weiß man nicht ws sie erlebt hat.

    Ich habe eine zugelaufene Katze und bei der hat es 3,5 Jahre gedauert bis sie Vertrauen hatte.

    Habe Gedult und arbeite in ganz kleinen Schritten,es wird schon kommen.

    die Eseleule

  • Hallo Flip37 ich hatte das Problem auch bei einer ungeraden Zahl ( 5) , die Lösung war ein 6. Tier da es aber mit Zeit, kosten,... verbunden ist , hätte ich für dich noch zwei weitere Ideen. Beobachte Mal das Tier, wenn es sich wo juckt dann kraule sie auch genau dort.

    Und wenn du schreibst das die anderen zwei sie versuchen ( und schaffen )wegzudrängen , lernt sie: ich werde gestreichelt und ziehe so den Zorn auf mich von den anderen zwei. Wenn sie sich net streicheln lässt bekommt sie kein Ärger.

    Ich würde die Dame extra stellen zum streicheln oder die zwei jüngeren wegsperren.

    Gruß Moni

  • Hallo Leute, ich hatte mich an euren Rat gehalten und vor gut einem Jahr auf eine runde Zahl Esel aufgestockt. Die Mädels sind jetzt zu viert. Das Sorgenkind von damals hat sich mittlerweile integriert und setzt sich durch. Anfassen lässt sie sich auch hin und wieder. Nun ist der „Neuzugang“ das Mobbingopfer der anderen 3. Sie ist mit 24 auch älter und ich hatte gehofft, dass sie sich mit der gleichaltrigen zusammentut. Sie wird wirklich oft aus dem Stall geschmissen oder der Zugang verwehrt, ständig von ihrem Fressplatz vertrieben und weggebissen.. Kennt jemand ähnliches Verhalten?

  • Ist dieser"Neuzugang" jetzt schon ein Jahr bei Dir?

    Neue haben es ja meistens schwer, wenn sie zu einer ihnen fremden Gruppe kommen. Aber ein Jahr ist tatsächlich lang.


    uta

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  • Es ist jetzt genau ein Jahr. Die dritte hat erst dazugehört als die vierte kam und das hat auch gut ein Jahr gedauert. Sie steht wirklich oft allein und sieht auch traurig aus. 😞

  • Ojemine - das ist aber traurig - jetzt hast du dir die Mühe gemacht und ein Stütchen dazu geholt und nun das.

    Einen Rat, den ich bereits probiert habe, kann ich dir leider nicht geben, da sich meine Tiere (waren vorher zu 8 und sind jetzt zu 6t) immer wieder zu anderen Paarungen zusammen geschlossen haben..

    Ich würde evtl. versuchen die 2 älteren eine Zeit lang zu separieren von den jüngeren, damit sie sich erst mal als Team finden können und so zusammen mit den jüngeren führen. Aber auch das kann natürlich länger dauern und braucht Zeit, Geduld und Platz...

    ich drück dir die Daumen, dass du eine Lösung findest!

    nic

    „Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung, sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen.“ (Erich Gräßer, deutscher Theologe und Politiker, *1927)

  • Sie wird wirklich oft aus dem Stall geschmissen oder der Zugang verwehrt, ständig von ihrem Fressplatz vertrieben und weggebissen

    Da solltest Du als Respektperson dazwischen gehen, ihr den Zugang zum Stall erzwingen und, noch viel wichtiger: Ihren Fressplatz verteidigen!

    Wir können ja auch ein bisschen Eselsprache lernen: Wild mit den Armen wedeln ist die Übersetzung des wedelnden Eselschwanz, heißt "bleib mir vom Leib", wird von den anderen respektiert und ist eine Stärkung für sie.

  • Nee, nee, Groll kennen Esel nicht - sie probieren es einfach und wenn es klappt, na prima, haben sie gewonnen.

    Wenn Du Dich einmischt, gewinnt Deine Stute, und die anderen lernen, sich ihr und Dir gegenüber zu benehmen.

    Das ist natürlich richtig Arbeit für Dich - am Besten fängst Du erstmal beim Füttern an, bleibst an ihrem Futterplatz und läßt keinen anderen ran, bis sie in Ruhe ihre Portion gefuttert hat - sonst fällt sie Dir ja auch irgendwann vom Fleisch und kann nicht mehr.

    Edited once, last by aufdemland ().

  • Das klingt zwar blöd, aber Du bist der Boss. Also kannst Du Dich auch für einen schwächeren einsetzen. Die anderen müssen erst lernen, das genug für alle da ist und sie den neuen nicht verjagen brauchen.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Probiere mal etwas "Neues-Altes". Wenn wir auf Wanderritten zwei Pferde/Mulis haben, die sich nicht leiden können, verladen wir sie gemeinsam auf einen Hänger. Hängerfahren bedeutet auch bei rücksichtvollster Fahrweise immer mehr oder weniger Stress. Gemeinam durchstandener Stress verbindet( Tier und Mensch:) auch).

    Anschliessend vertragen sich die Zankäpfel meist viel besser.

  • Danke für eure Tipps. Mit „Groll“ meinte ich folgendes: Ich hatte vor allem anfangs das Gefühl, dass sie umso mehr einstecken muss, je mehr ich ihr Zuwendung schenke. Also Eifersucht scheinen Esel schon zu kennen. 😉 Wahrscheinlich lass ich mir und ihr wirklich zu sehr auf der Nase rumtanzen.

  • Man denkt ja auch oft, dass sie alles untereinander regeln.

    Aber Denkanstöße wie "die hat aber eine Nummer bei der Chefin!" nehmen sie doch an.

    Bin sehr gespannt, wie das weiter geht(natürlich gut, aber wie...).


    uta

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  • Hab ja Futterautomaten mit Fütterung alle 4 Stunden. Gestern war ich zweimal zur Fütterungszeit dabei und hab aufgepasst. Dann lassen sie sie auch fressen. Auf den Kameras seh ich aber, dass das wenn ich nicht dabei bin anders aussieht. Dann frisst sie relativ kurz und wird dann rausgeschmissen. Deshalb hab ich schon länger noch parallel 4 Heunetze an Stellen hängen wo sie alle in Ruhe fressen können bzw. es etwas länger dauert bis man wieder vertrieben wird. Und dann ist eben immer wo anders ein Netz frei. Kurze Zeit zumindest. Aber bei der Fütterung im Stall lassen sie sie dann einfach nicht mehr dazu..

  • Wie ist denn die Fütterung - alle zusammen?

    Oder kannst Du sie trennen oder einzeln stellen?

    Gut wären hier die schmalen Ständer, in denen kein Esel an dem im Ständer stehenden vorbei kommt. Das Futter fällt in eine

    Raufe, die vorne vor allen Ständern verläuft; jeder Esel bekommt natürlich nur das, was in seiner Reichweit ist. Zwischen den Eseln sind feste Wände, so dass sie sich nicht "kloppen" können.

    Vielleicht könntest Du mal eine Zeitlang die Fütterung mit dem Automaten aussetzen und irgendein anderes System einsetzen. Esel müssen nicht alle vier Stunden Futter bekommen.

    uta

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