Mal wieder Einstreu

  • Hallo Forum,

    wie schon mal berichtet, haben wir einen COPD Esel. Wir basteln immer noch an der optimalen Haltung. Der Stall ist mit weichen Liegematten ausgestattet, auf denen meine Jungs gerne und viel liegen. Ich bin noch nicht glücklich über die Einstreu an der Pipistelle. Abgewöhnen habe ich versucht, bisher erfolglos. Stroh im Stall geht nicht, wird nur noch nass und draußen gefüttert. Heu befreuchten wir. Damit geht es dem COPDler gut.

    Bisher haben wir mit Holzspäne eingestreut. Das saugt mir aber nicht genug und der Bauer, der uns den Mist abnimmt, ist nicht glücklich darüber.

    Ich habe sonst alles probiert, was der Futtermittelhändler auf Lager hat. Leinstrohn, Holzpellets, Strohpellets, Hanfeinstreu - alles wird ausnahmslos gefressen, selbst die Holzpellets. Das ist mir alles zu heikel ich befürchte eine Kolik. Nur die Holzspäne wird nicht gefressen.


    Als letztes fällt mir noch Miscanthus ein - wie sind Eure Erfahrungen? Wird das auch gefressen?


    LG

    Barbara

  • Ich hatte es auch erst mit Miscanthus versucht, weil ich die Info bekommen hatte, dass die Esel es nicht fressen, da es wohl Bitterstoffe enthält. Fazit: Sie fanden es sehr lecker und wenn ich nachgestreut hatte, sind sie direkt in den Stall und haben munter gefressen... Es hat aber auch mehr gestaubt als ich erwartet hatte. Ich bin dann auf Waldbodeneinstreu umgestiegen und damit bin ich sehr zufrieden, ich habe sie jetzt ca. 1 Jahr. Ab und zu versucht einer ein paar Holzschnitzel zu fressen, schmeckt aber wohl nicht :)

    LG Simone

  • Danke für die Antwort - dann kann ich mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass meine Esel das auch fressen werden.

    Wir haben Betonboden, darauf die Gummimatten - Waldboden geht da wahrscheinlich nicht.

    Weiß jemand noch eine Alternative?

    LG Barbara

  • Ich weiß keine Alternative - aber was ist der Grund, weshalb sie alle so viel Einstreu

    fressen? Ich denke mal, Du fütterst sie satt, also käme Beschäftigungsmangel und/oder

    zu wenig Knabberzeug ins Visier.

    Wie steht es damit? Haben die Esel genug Anreize für andere Tätigkeiten?

    Und haben sie ausreichend Äste und ggf. Blätter zur Verfügung?

    Ich weiß, das ist alles sehr kompliziert - mir fallen die Äste auch nicht von selbst

    in den Auslauf... aber das könnte vielleicht ein Grund für das ständige Fressen

    sein, wenn es kein Hunger ist. Eine Einstreu, die nicht schmeckt, ist da keine Lösung -

    im Gegenteil, die Tiere haben dann kein "Ventil" mehr für ihren Frust.


    Das muss ja nicht sein - ich kenne Deine Haltung ist. Nur so eine Idee.


    uta

    Think positive -

  • Ich glaube nicht, zumindest bei mir, dass das Fressen der Einstreu auf Langeweile oder Mangel an Ästen zurückzuführen ist, bei Miscanthus habe ich einfach das Gefühl, dass es ihnen sehr gut schmeckt. Das habe ich mittlerweile auch schon von verschiedenen Leuten gehört. Das hilft Barbara aber jetzt auch nicht weiter. LG Simone

  • Knabberäste gibt es täglich. Sie haben einen großen Paddock, müssen einige Wege zurücklegen um an Wasser/Futterstroh/Heu etc. zu kommen. Sie haben Spielzeug, Baumstämme zum zerlegen, Beschäftigung mit uns, daneben kontrollierten Weidegang. Aber sie können direkt von der Weide kommen und steuern sofort den frisch eingestreuten Stall an um zu untersuchen, ob da etwas liegt, was man verputzen kann....

  • @ Simone -

    ich hatte nicht gemeint, dass es anormal ist, wenn die Einstreu gefressen wird. Schließlich sollten 70% der

    Grundnahrung ja aus Stroh bestehen, und damit wird oft eingestreut.

    Aber wie ich Barbara verstehe, fressen die Ihren alles und jedes ratzeputz weg. Daher war ich darauf gekommen, dass

    der Grund dafür in Beschäftigungslosigkeit o.ä. liegen könne.


    @ Barbara

    Hast Du Kontakt zu einer Pferdeklinik? Ich würde dort einmal nachfragen, ob die Erfahrung mit so etwas haben. COPD-

    Patienten werden von dort ja sicherlich mit einschlägigen Empfehlungen entlassen.


    uta

    Think positive -

  • Uta - meinst Du Kontakt zur Pferdeklinik wegen der richtigen Einstreu für COPDler? Ich habe mich da mit meiner Tierärztin beraten. Sie meinte, trockenes Stroh auf jeden Fall raus aus dem Stall. Und sie meinte, am besten nur Weide - den ganzen Tag nur Weide geht aber nicht wegen unserer Dicken. Mit Stroh und Heu naß machen geht es ihm gut, deshalb würde ich das Konzept der Liegematten und dem Einstreuen auf die Pipistelle gerne beibehalten. Geht ja auch mit der Holzspäne, ist aber nicht optimal. Die grobe Späne saugt zu wenig, die feine Späne staubt mir wieder zu sehr.

  • Ich hatte in der Eifel Sägemehl direkt aus dem Sägewerk. Das ist wichtig, DIREKT aus dem Werk, weil das Sägemehl der frischen Bäume eine gewisse Restfeuchte hat und nicht staubt und ziemlich grob und damit saugfähig ist. Das war einfach ideal (zumal es umsonst war, ist es heute meistens nicht mehr). Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst - aber grase doch mal die Sägewerke im weiteren Umkreis ab...


    'Wenn Du das frische Sägemehl in der Hand hast, wirst Du sofort merken, wie angenehm es ist. Nicht mehr feucht, aber auch nicht wirklich komplett trocken und auf keinen Fall staubig. Fast alle Leute, denen ich das mit dem Sägemehl aus dem Sägewerk gesagt habe, haben sofort abgeblockt und gar nicht weiter zugehört. Aber mittlerweile wird das auch in große Reitställe als Einstreu geliefert. DAs Sägewerk in Mayen war vor Jahren froh, wenn ich was abnahm, und es war kostenlos. Die hätten es mir sogar noch gebracht. Ein paar Jahre später haben die damit eine super Einnahme gehabt, weil sie große Reitställe der Umgebung - natürlich für entsprechendes Geld - belieferten.


    Gefressen haben meine Pferde und Esel das nicht. Der Bauer, der den Mistabnahm, war allerdings nicht begeistert, weil es

    Weichholzmehl war, das angeblich die Böden versauert. Ich glaube aber, es gibt eine Studie, die das widerlegt. Da ich mit de Problematik selbst nicht mehr befasst bin, habe ich mich darum nicht weiter gekümmert.


    uta

    Think positive -

  • Ich habe tatsächlich auch gelesen, dass das mit der Übersäuerung des Bodens so nicht stimmen soll. Aber die Bauern, die uns den Mist abnehmen sehen das anders. Und es ist ja ihr gutes Recht, wir sind darauf angewiesen, dass sie es abnehmen.


    Das mit dem Sägewerk ist eine gute Idee. Die gepresste Späne aus dem Landhandel ist ja stark getrocknet, um Schimmelbildung zu vermeiden. Wenn die Späne aber "frisch" aus dem Sägewerk kommt, ist die Gefahr sicher gering.

  • Das sind keine Späne, sondern es ist sehr grobes Sägemehl. Wie lange man das in heißen Sommern allerdings

    lagern kann, weiß ich nicht. Im Winter sind die im Plastiksack (luftdurchlässig, die weißen gewebten) schon mal

    leicht angefroren, aber nur ganz wenig. Sowie man sie anfasste, fielen sie auseinander.


    uta

    Think positive -

  • Ich habe Holzpellets von dre Firma allspann im 14kg Sack und das wird in den Stall gestreut und nass gemacht ,damit die Pellets aufquellen und zu ganz feinem Mehl zerfallen. Diese Schicht staub nicht und saugt den Urin super gut auf .

    Da ich auch ein Esel habe der eine Heustauballergie hat ,habe ich auch alles ausprobiert .

    Die Pellets müssen eine Zeit aufquellen und dann werden sie von den Eseln zertretten und werden wie eine Sandschicht und der Stall bekommt ein tolles Raumklima. Mein Tierarzt war davon so begeistert und meinte das könnte er an COPDtierbesitzer weiter empfehlen.

    die Eseleule aus Hünxe

  • Hallo Uta.

    Ich habe auch so ein Esel. Der alles frisst, kommt wohl daher dass er aus schlechter

    haltung kam.


    Ist nicht die spähne von Nadelholz sauer?

    Gruß Moni

  • Eine meiner aus schlechter Haltung stammenden Eselinnen frisst auch alles und jedes - ist allerdings erst zwei Jahre hier. Die anderen (sie sind fast alle aus schlechter Haltung und halb und mehr verhungert hier an), haben ich im Laufe der Jahre nomalisiert.


    Ja, Nadelholz ist sauer. Ich wohl nicht SO sauer, wie man vermutete. Wenn man damit allerdings ein Kompostbeet anlegen

    will....


    uta

    Think positive -

  • Ich habe auch so ein Esel. Der alles frisst, kommt wohl daher dass er aus schlechter

    haltung kam.

    Ich glaube man kann nicht grundsätzlich sagen, das fressen Esel und das nicht. Es gibt immer Unterschiede bei den Eseln.

    Man soll ja immer Äste geben. Im Moment bekommen meine keine weil sie an die tief hängenden Äste der Äpfel, Birnen und einiger Sträucher kommen. Aber keiner geht da drann.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Ich glaube man kann nicht grundsätzlich sagen, das fressen Esel und das nicht. Es gibt immer Unterschiede bei den Eseln.

    Man soll ja immer Äste geben. Im Moment bekommen meine keine weil sie an die tief hängenden Äste der Äpfel, Birnen und einiger Sträucher kommen. Aber keiner geht da drann.

    Die wären bei mir schon weg.

    Gruß moni

  • Kompost aus Gras- und Baumschnitt wäre vielleicht auch eine Möglichkeit, wenn du dran kommst.

    Heißt, meine ich, Grünkompost und sind keine Küchenreste drin.

    Gut saugen tut er jedenfalls und manche Pferdebesitzer hier würden "nie wieder was anderes" nutzen, sie machen ihn allerdings selber mit ihre eigenen Flächen. Manche mischen auch die Reste von "unter den Futterraufen" drunter, dann sei "das noch besser".

    In dem, was man hier im Kompostierwerk holen kann, sollen allerdings schon Glasscherben bei gewesen sein.


    Irene

  • Sowie Plastikreste, Teile von imprägnierten Holzphählen. Nicht so gut.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Fragt doch mal bei Heike nach dem "Waldboden" - sie hat den und ist zufrieden.


    uta

    Think positive -

  • Waldboden scheint ja so eine Art Mischung aus Kompost und Holzschnitzel zu sein. Ich denke, es lohnt sich das mal auszuprobieren.