Dungkäfer

  • Der Dungkäfer, ein winzig kleiner Verwandter der Mistkäfer, hat sich auf der Koppel über die Hinterlassenschaften der Esel hergemacht. Wir fanden nur noch zu einem wuseligen Gemisch verbreitete flache Flächen ehemals fester Eseläpfel und da war ordentlich Leben drin.

    Ein echter ökologischer Mistreiter! Er zerbröselt Pferde- und Eseläpfel, auch Kuhfladen (aber wo findet er die noch?), schleppt sie in gegrabene Höhlen, legt darauf seine Eier für die nächste Generation ab und sorgt so mit dem vergrabenen Dung für die Bodenverbesserung.

    Da hier so gut wie keine Kuh mehr auf der Koppel steht, hat er sich wohl notgedrungen massiv über die Esel- und Pferdeäpfel hergemacht.

  • Das ist ja spannend - und passend! Seit zwei Tagen finde ich derartig zerbröselte Haufen auf meinen Weiden und

    konnte nicht zuordnen, wie das geschieht.

    Jetzt weiß ich es und werde sie weiträumig mit dem Rechen verteilen. Meine Böden können das wohl vertragen.

    Aber sparsam - wozu sammele ich sonst systematisch ab....?


    uta

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  • auch Kuhfladen (aber wo findet er die noch?

    Bei mir:D:D

    Aber diesen Käfer habe ich noch nie gesehen.

    Nach ein paar Jahren Abwesenheit ist der schwarze Mistkäfer wieder bei mir, aber selten.

    Als wir vor 25 Jahren die Weide gekauft haben, haben wir sie noch komplett abgesammelt. Da waren unter jedem Pferdehaufen Massen von kleinen und großen Käfern. Mit den Jahren sind sie alle verschwunden. Ich galube, das wir mit den Wurmkuren auch Schuld daran sind.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Ich habe den Käfer auch bei mir ,aber er sieht goldener aus und zerlegt die Eseläpfel zu Mehl.In einem Berg findet man hunderte von diesen Käfern,so das sich die Eseläpfel richtig bewegen .Beim abäpfeln habe ich davon schon sehr viele auf den Misthaufen gebracht,so das ich dort nur noch feines loses Dungmaterial habe was sehr gut als Dünger in Blumenbeete und auf den Gemüsegarten kommt.Es bleibt über Winter wie eine Erdabdeckung liegen und im nächsten Jahr ist es die feinste Humusschicht.

    die Eseleule

  • Ich galube, das wir mit den Wurmkuren auch Schuld daran sind.

    So ist es - schon vor dreißig Jahren lagen alle Mistkäfer tot neben den Pferdeäpfeln bei unseren Waldwanderungen auf Wegen, die auch gern die Reiter nutzten.


    Die Tierhalter haben früher Rainfarn als Wurmmittel für ihre Tiere genommen, habe aber noch nicht untersucht, ob das als Wurmmittel heute ausreichen würde.

    Immerhin, (lebende) Mistkäfer haben die Esel auch auf ihrer Koppel, einen habe ich mal beobachtet, wie er einen sehr kleinen sehr festen Eselapfel versuchte, in seine Höhle zu bugsieren.


    Was die Dungkäfer angeht, habe ich jetzt großen Respekt vor ihrer Arbeit und lasse ihnen an einer Stelle der Koppel ihr zerbröseltes Ergebnis liegen, die Esel sorgen dann schon für Nachschub.


    N.B: Wo der ersten hinäppelt, äppeln die anderen nach ausführlicher Geruchsprobe drauf - für mich der schlagenste Beweis dafür, dass man einen Esel nicht allein halten darf - der Arme muss immer - ohne Geruchsprobe - auf seinen eigenen Haufen äppeln

  • Diese zerbröselten Eselhaufen habe ich jetzt ja auch auf der Weide; allerdings habe ich noch keine Käfer gesehen.

    Da sich die Haufen allesamt im Umkreis um die Walnussbäume befinden, vermute ich fast, dass es auch die

    Würmer der Walnussflorfliege sein könnten, die die "Äpfel" zerlegen. Denn zur Zeit fallen die verfaulten Nüsse

    vom Bau. Und wenn man die halbwegs noch vorhandenen Schalen öffnet, sieht man viele kleine Würmchen.

    Die sind ja bestrebt, schnell in die Erde zu kommen und sich dort zu verpuppen.

    Hat jemand eine Ahnung, ob die auch vielleicht die Eselhaufen zerstören? Die sind ja im Zweifelsfall leichter

    zu durchdringen als die ziemlich festetrampelte Erde.


    uta

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  • @ Uta


    Ruf doch noch mal die Bilder von Walnussfruchtfliegenlarven auf


    https://pflanzenschutzdienst.r…lnuss/walnussfruchtfliege


    und lass die Fotos durchlaufen


    dann nimm dir eventuell die Lupe und sieh nach, was du da genau hast

    Wenn die "Würmchen" keine braunen Köpfchen haben --- sicherheitshalber auch noch mal Dungkäfer- und Mistkäferlarven googlen --- und sie nur in den Häufchen um die Nussbäume sind, dann mach sicherheitshalber ein Feuerchen damit, Regenwürmer und Co vorher bitte raussammeln,

    dann ist die nächste Generation zumindest dezimiert


    Irene

  • Keine Ahnung, warum der link nicht funktioniert, aber bei Handeingabe kriegt man es auch


    pflanzenschutzdienst.rp-giessen.de/pflanzenschutzinfothek/obst/walnuss/walnussfruchtfliege


    oder über Google "Walnussfruchtfliege Larven Bilder"


    Irene

  • Ist egal, ob der funktioniert oder nicht - in den Haufen ist sowieso nix drin. Ich habe die

    schon sauberst auseinandergenommen und sogar mal mit einem weißen Blatt probiert.


    SO wichtig ist mir das aber auch nicht, das ich mich deshalb jetzt umkrempele. Ich

    entferne die Haufen und gut is....

    Die Walnussfruchtfliege kriege ich sowieso nicht weg - die hat genügend Platz, sich

    in den Boden zu verkriechen. War nur interessehalber.


    uta

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  • Hallo. Ich habe gerade mal nachgegoogelt (war mir nicht hundertprozentig sicher mehr) aber Wikipedia hat geschrieben dass rainfarn früher verwendet wurde, allerdings kann man damit ganz schnell die Tiere vergiften, daher raten sie davon ab. Schade sonst hätte Ute ihn um die walnussbäume setzen können, er vertreibt 70 bis 100% den Kartoffel Käfer evtl. ging die fliege auch weg.

    Gruß moni

  • Auch das hätte wohl kaum geholfen, Moni.

    Mittlerweile sehe ich, dass Dunghaufen ca. 50 m von den Bäumen entfernt (in Windrichtung) auch von abends bis

    morgens oder innerhalb einiger Stunden so verkrümelt werden. Alles sehr seltsam.


    uta

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  • Ja, Rainfarn soll entwurmen. Bei den „natürlichen“ Entwurmern ist es aus meiner Erfahrung aber eher so, dass die Esel Durchfall bekommen und die Würmer mit rauskommen, wobei mir nicht wirklich klar ist, ob der Durchfall durch die Pflanzen kommt, oder die Würmer schwächer werden, ggf. etwas ausscheiden und dann durch Durchfall ausgeschieden werden, oder die Pflanzen direkt den Durchfall induzieren. Ich denke aber eher an Ersteres. Ich kenne den Effekt z.B. von Blutrotem Hartriegel, der üble Härchen hat.

    Die Würmer, die so ausgeschieden werden, leben i.d.R. noch. Bei „chemischen“ Entwurmungsmitteln sind sie i.d.R. tot.

    Rainfarn bringt keinen Esel um, sie fressen es in größeren Mengen auch nur, wenn sonst nur wenig da ist.

    Die aufgelösten Kothaufen haben aber gaaanz sicher nichts mit der Walnussgeschichte zu tun! Das sind aktuell die Dungkäfer und sonst auch noch die Dungfliegen etc. Bevorzugt passiert das im Frühjahr und Herbst. Wir versuchen unsere „chemischen“ Entwurmungen auf Jahreszeiten und Standorte anzupassen, um diese schützenswerten und z.T. seltenen und wertvollen Tiere zu schonen. Wir haben etwa in einigen unserer Flächen Stierkäfer - toll die zu beobachten 🙂
    Nach unseren Beobachtungen suchen sich Tiere auch gezielt Dinge, die sie brauchen, wenn sie die Möglichkeit haben. Unsere Moha, sie war fast tot als sie zu uns kam und wir wussten nicht, ob sie durch den ersten Winter kommt, hat anfangs gezielt Liguster gefuttert (für Pferde schnell tödlich). Aber ihr hat es offensichtlich gut getan.
    Dies ist jetzt natürlich kein!!! Aufruf Liguster im Paddock zu füttern. Aber auch mit einem kleinen Augenzwinkern die Anfrage, was bleibt über, wenn wir mal bei allen Pflanzenarten und -sorten nach Toxizität suchen?

  • Liguster ist früher als Entzündungshemmer verwendet worden, richtig giftig sind nur die Beeren ...

    Aus denen kann man jedoch prima Tinte machen, in der 4.ten Klasse Sachkundeunterricht wurde den Kids gezeigt, wie das geht, Giftigkeitsinfo inbegriffen.


    Den Hundekorb mit Rainfarn auszulegen soll ja auch gegen Flöhe helfen, hat bei unseren Herdenschutzhunden aber nicht funktioniert ... und auf den Wiesen wurde drum herum gefressen, was die insekten gefreut hat und die Mittelalterleute vom Ritterverein, manche färben da nämlich ihre Stoffe mit


    Irene

  • @ Moha

    Da die aufgebröselten Haufen allesamt im Bereich von zwei Walnussbäumen liegen, die von der Walnussfruchtfliege befallen sind und die Haufen im übrigen Weidebereich sich nicht so verändern, bin ich nicht so ganz sicher, ob es nicht doch mit der Walnussfruchtfliege zusammenhängt, die sich hier über den zerkleinerten Dung in den Boden verkriecht. Ich wohne ja schon einige Jahre hier und habe diese Erscheinung erst jetzt.

    Ist im Grunde aber auch egal. Irgendwer zerbröselt diese Haufen, und das ist sehr unangenehm.


    uta

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  • Ja, Rainfarn soll entwurmen. Bei den „natürlichen“ Entwurmern ist es aus meiner Erfahrung aber eher so, dass die Esel Durchfall bekommen und die Würmer mit rauskommen, wobei mir nicht wirklich klar ist, ob der Durchfall durch die Pflanzen kommt, oder die Würmer schwächer werden, ggf. etwas ausscheiden und dann durch Durchfall ausgeschieden werden, oder die Pflanzen direkt den Durchfall induzieren. Ich denke aber eher an Ersteres. Ich kenne den Effekt z.B. von Blutrotem Hartriegel, der üble Härchen hat.

    Die Würmer, die so ausgeschieden werden, leben i.d.R. noch. Bei „chemischen“ Entwurmungsmitteln sind sie i.d.R. tot.

    Rainfarn bringt keinen Esel um, sie fressen es in größeren Mengen auch nur, wenn sonst nur wenig da ist.

    Die aufgelösten Kothaufen haben aber gaaanz sicher nichts mit der Walnussgeschichte zu tun! Das sind aktuell die Dungkäfer und sonst auch noch die Dungfliegen etc. Bevorzugt passiert das im Frühjahr und Herbst. Wir versuchen unsere „chemischen“ Entwurmungen auf Jahreszeiten und Standorte anzupassen, um diese schützenswerten und z.T. seltenen und wertvollen Tiere zu schonen. Wir haben etwa in einigen unserer Flächen Stierkäfer - toll die zu beobachten 🙂
    Nach unseren Beobachtungen suchen sich Tiere auch gezielt Dinge, die sie brauchen, wenn sie die Möglichkeit haben. Unsere Moha, sie war fast tot als sie zu uns kam und wir wussten nicht, ob sie durch den ersten Winter kommt, hat anfangs gezielt Liguster gefuttert (für Pferde schnell tödlich). Aber ihr hat es offensichtlich gut getan.
    Dies ist jetzt natürlich kein!!! Aufruf Liguster im Paddock zu füttern. Aber auch mit einem kleinen Augenzwinkern die Anfrage, was bleibt über, wenn wir mal bei allen Pflanzenarten und -sorten nach Toxizität suchen?

    Wie kommst du darauf das rainfarn keinen Esel umbringt? Neugier gefragt.

    Hast du eine bessere Informationsquelle. Würde mich sehr interessieren.

    Gruß moni