Blutige Anfängerin braucht Euren Rat

  • Hallo zusammen,


    ich bin ganz neu hier und seit ca. 4 Wochen Eselbesitzerin.

    Bis dato war ich stille Mitleserin im Forum, nun brauche ich dringend einen Rat.


    Wir haben also seit 4 Wochen 2 Esel (Wallach & Stute, ca. 8 Jahre).

    Vermittelt wurden die beiden über das Veterinäramt, leider ohne jegliche Informationen, das Alter konnte auch nur geschätzt werden.


    Mit dem Wallach gab und gibt es keinerlei Probleme. Er sucht Nähe, ist schmusebedürftig, lässt sich ohne zu zögern das Halfter anziehen und geht auch ziemlich unkompliziert mit spazieren. Die Stute war von Anfang an übertrieben ängstlich und hat sich in den ersten Tagen komplett auf ihn fixiert.


    Mir ist klar, dass 4 Wochen nicht reichen, um Vertrauen zu uns aufzubauen. Allerdings wird das Verhalten der Stute immer auffälliger.

    Zu Beginn war sie sehr ängstlich und ich hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass sie keinen Schritt ohne ihn machen würde.


    Mittlerweile wird sie mutiger, was nicht bedeutet, dass sie unsere Nähe sucht, eher im Gegenteil.

    Sie wendet sich schnell ab, ist unfassbar "zickig" und letzte Woche sogar alleine ausgebüchst. Sie lässt sich das Halfter nur mit viel Mühe und Not anziehen und zieht beim Spazieren extrem nach vorn.


    Da mein Mann und ich absolute Anfänger sind, kommt nächste Woche eine Trainerin, die uns regelmäßig "coacht" und hilft, durch die richtige Kommunikation Vertrauen aufzubauen.


    Dennoch wollte ich meine größte Sorge heute schon hier schildern, in der Hoffnung, dass mir jemand einen Tipp geben kann.


    Die Stute ist wohl seit 4 Tagen rossig (Mönchspfeffer frisst sie nicht) und es scheint sich nicht zu legen. Sie tritt aus (nach dem Wallach und mir), hält kaum Abstand und am auffälligsten ist, dass sie ihren Kopf ständig hin und her schwingt (keine Mücken!), wenn ich in ihrer Nähe bin. Sie reißt den Kopf nach oben links und lässt ihn ganz schnell nach unten und wieder rechts oben schwingen.


    Gestern habe ich ihr das Tor zur Weide geöffnet und bin seitlich stehen geblieben. Sie ist an mir vorbei und blieb so stehen, dass sie nach mir treten konnte.


    Heute war es so extrem, dass sie mir angst gemacht hat und ich konnte es nicht verbergen. Ich war für einen Moment gar nicht in der Lage, zu zeigen, wer der Boss ist, weil ich mich auch null so gefühlt habe. Ich bin dann hinter dem Tor geblieben, weil sie mir kein gutes Gefühl gegeben hat.


    Ist dieses Verhalten normal oder muss ich mir ernsthafte Sorgen machen?


    Der Tierarzt war übrigens vor 2 Wochen schon da und hat nach ihnen geschaut - untersucht wäre zu viel gesagt. Der Wallach ließ sich abtasten und abhören, die Stute hat sich überhaupt nichts gefallen lassen - ein Abhören war gar nicht möglich.


    Danke für Eure Zeit!

    Edited 2 times, last by BlackBird ().

  • Hallo Blackbird.


    In welchemTeil Deutschlands wohnst Du denn? Vielleicht wohnt jemand in der Nähe, der Dir helfen oder die möglicherweise auch einen eselerfahrenen (!)

    Tierarzt nennen könnte. Die "normalen" Tierärzte, selbst wenn sie Pferde behandeln, brauchen dazu noch ein bisschen Spezialwissen. Vorab: Der Sexualtrieb bei Eseln, also auch die Rosse, ist deutlich (!) stärker als bei Pferden. Da können sie schon mal so reagieren wie Deine Stute. Trotzdem sollte die tierärztlich gründlich untersucht werden.


    Vielleicht gibst Du mal Deine Postleitzahl bekannt? Das wäre möglicherweise hilfreich.


    Gruß uta

    aus dem tiefsten Osten Brandenburgs

    Think positive -

  • Hallo,


    ich habe Deine Nachricht gerade gelesen, aber habe gerade keine Zeit, ausführlich zu schreiben.


    Aber ganz kurz wollte ich Dir vorab schon was sagen:


    Wir haben 2019 unsere Laurie und Momo - Mutter und Tochter, aus schlechter Haltung bekommen.
    Laurie war ganz genau wie Deine Stute. Momo war zunächst braver, wurde dann aber auch so.
    Ich habe mir auch hier im Forum Rat gesucht und bekommen.


    Letztendlich benötigt Ihr aber viel Zeit. Ich bin damals auch fast verzweifelt. Aber dann habe ich erstmal gar nichts mehr von den Eseln verlangt, sondern war einfach nur da. Im Nachhinein war das gar nicht so schwer. Aber wenn man gerade in der Situation ist, ist man ziemlich hilflos. Ich kann Dich gut verstehen.


    Also mein kleiner Trost: Wenn es Dir gelingt, Deine Esel etwas zu verstehen und Vertrauen aufzubauen, wird es mit der Zeit werden. Rückschläge werden dabei sein, und sind natürlich besonders frustrierend.


    Wir sind noch lange "fertig", aber inzwischen ein gutes Team und sehr zuversichtlich.


    Es lohnt sich !


    Liebe Grüße
    Marita

  • Liebe Finchen , liebe Marita,


    ich freue mich gerade wie verrückt.

    Die Unterstützung die ich durch Eure Antworten gerade erfahre, tut unheimlich gut. Da lässt das Gefühl der Hilflosigkeit gleich ein bisschen nach.


    Ich komme aus dem Saarland (66557). Nächste Woche kommt eine sehr erfahrene Esel Trainerin.

    Für weitere Empfehlungen bin ich natürlich sehr dankbar.


    Es ist total verrückt, ich hätte nie gedacht, dass mich das so mitnimmt.


    Da kauft man sich 2 Esel und hat total romantische Vorstellungen davon, wie schön das wird und jetzt verspüre ich nur noch Angst (vor Ablehnung und Tritten) wenn ich zum Stall gehe.


    Kann jemand dieses Kopf-Schwingen deuten?


    Tausend Dank für Eure Unterstützung!

  • Esel direkt vom Veterinäramt - einen schwierigeren Start hättet ihr euch nicht aussuchen können.


    Wir haben die Erfahrung bei sehr vielen Pflegeeseln der Noteselhilfe gemacht, dass gerade bei solchen Tieren wie eure Stute eine gleichmäßige Routine sehr viel bewirkt. Also immer die gleichen Arbeitsabläufe zur gleichen Zeit mit sehr viel Ruhe und Gelassenheit. So hat sie Zeit und Gelegenheit, euch im normalen Alltag kennenzulernen und eine Chance, Vertrauen aufzubauen. Zwängt euch am Anfang nicht zu sehr auf, beschäftigt euch intensiv mit dem Wallach. Sie wird sehen, dass er euer Tun überlebt und vielleicht sogar genießt. Nähert euch in Ruhe und langsam und macht euch dabei klein. Dann wirkt ihr weniger bedrohlich. Versucht nicht, sie anzufassen, sondern wartet, bis sie Schritt für Schritt von selbst kommt. Vermeidet dabei hektische, schnelle Bewegungen. Auf diese Weise geht es doch recht schnell.


    Kommt ihr gar nicht voran, sucht nach einem Tierheilpraktiker oder Osteopathen bei euch in der Nähe. Tiere, die eher aggressiv reagieren, haben unserer Erfahrung nach meist gesundheitliche Probleme und/oder Schmerzen. Ist wie bei uns Menschen, wenn wir uns nicht wohlfühlen, sind wir auch nicht unbedingt nett zu unserer Umwelt.


    Mach doch mal ein Video vom Kopf-Schwingen. Es könnte ein Fehlverhalten aufgrund schlechter Haltung/Stress sein, lässt sich aber anhand eines Videos besser beurteilen.

    Liebe Grüße
    Heike

  • Hallo Heike Wulke - auch an dich ein großes DANKESCHÖN!


    Tatsächlich wurde mir bisher ausschließlich geraten, mein Verhalten so anzupassen, dass sie versteht, wer der Boss ist.

    Sie auch mal "anzufahren", wenn sie stupst und ihr das Gefühl zu geben, dass ich in der Rangordnung über ihr stehe.


    "Nähert euch in Ruhe und langsam und macht euch dabei klein" - ist ja quasi das Gegenteil davon und ich weiß gerade selbst nicht genau, was richtig ist.


    Der Tipp, dem Wallach die Aufmerksamkeit zu schenken, beruhigt mich, das mache ich nämlich sehr gerne und hatte ein schlechtes Gewissen, dass ihr das möglicherweise noch mehr auf die Stimmung schlägt oder sie sich vernachlässigt fühlt.


    Das Video kann ich leider nicht anhängen, irgendwie funktioniert es hier nicht. Ich versuche es aber wieder!

  • Du sollst dich natürlich trotzdem nicht stupsen lassen. Aber Esel, die wenig oder wenig positive Erfahrungen mit Menschen gemacht haben, empfinden es ggf als bedrohlich, wenn der große Mensch sich nähert und von oben agiert. In der Natur sind wir das Raubtier, der Esel das Beutetier. Diese Rolle sollte man nicht ganz vernachlässigen. Wenn du dich näherst, dann klein und für den Esel überschaubar. Wenn der Esel dich stupst oder dir näher kommt als du möchtest, machst du dich groß.

    Liebe Grüße
    Heike

  • und ich weiß gerade selbst nicht genau, was richtig ist.

    Hallo,


    wir bekamen anfangs auch diese Tipps mit dem Dominanzgedöns....


    Glücklicherweise haben wir einen Hufschmied, zu dem ich in dieser Sache am meisten Vertrauen hatte, und der auf die Art, wie Heike sie beschreibt, guten Zugang zu Laurie hatte. Bei mir hat es anfangs nicht so geklappt, weil ich nicht sicher in meinem Tun war wie er.


    Mittlerweile bin ich erfahrener und sehe, wie wir auf genau diese Art und Weise Vertrauen zueinander bekommen konnten.

    Wenn es erst mal soweit ist, dann kann man auch mal freundlich darauf hinweisen, wer das Sagen hat :)


    Laurie geht mittlerweile brav zur Seite, wenn ich es sage oder nur andeute. Von der Weide holen kann ich sie ohne Halfter nur mit Kommandos.

    Aber immer noch läßt sie sich nur vom Hufschmied die hinteren Hufe heben. Anfangs war ich da etwas "beleidigt". Nun warte ich ab, versuche hin und wieder und weiß, daß sie es irgendwann zuläßt.


    Bitte nimm Dir Heikes Rat zu Herzen!


    Liebe Grüße

    Marita

  • Hallo,


    ich kann es auch nur bestätigen was Heike geschrieben hat. Ich selber habe auch so einen Esel bei mir, er ist jetzt 5,5 Jahre bei mir. Als er hier ankam dachte ich man was ist der aber arogant, es hatte etwas gedauert bis ich bemerkte Carlos ist nicht arogant sonder er hatte furchtbare Angst vor uns und vor allem. Er wollte nicht angefasst werden und wenn der Hufschmied kam war er weg. Wir hatten vergessen das er über 3 Jahre mit seinem Vater gelebt hatte und der war halt ein Hengst, als er zu uns kam hatten wir Carlos vorher kastrieren lassen. Er hat am ganzen Körper Narben von seinem Vater. Wir haben ihn alle Zeit gelassen die er brauchte, er wurde neugierig als er sah was die Hufschmiedin bei den anderen gemacht hat. Alle Esel dürfen bei ihr zusehen, er kam dann immer mutiger dazu denn seine Kumpels waren ja auch dabei. Würde gebürstet standen alle an und er schaute zu wie jeder Esel es genossen hat. Es hatte wirklich 4,5 Jahre gebraucht, heute steht er auch in der Schlange an um gebürstet zu werden. Als er das erste mal alleine auf mich zu kam und sich still neben mir gestellt hat um gekrault zu werden, da hatte ich wirklich Tränen in den Augen. Es war so ein toller Augenblick und ich wusste das warten hat sich gelohnt. Lass sie erstmal in ruhe und lass sie alles beobachten.


    Liebe Grüße Petra

    Tiere jammern nicht wenn der Mensch fehler macht, sie danken es dir aber wenn du sie mit respekt behandelst.

  • Guten Morgen :)

    Nikoma danke für deine Geschichte! Es ist unfassbar wie mir dieses Forum nach 2 Tagen schon geholfen hat. Der Zuspruch von erfahrenen Menschen beruhigt mich ungemein und ich erkenne meine Eselin auch in dieser Erzählung wieder. Ich werde mich ab heute einfach jeden Tag über eine bestimmte Zeit zu ihnen setzen, mein Buch lesen und einfach anwesend sein. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich in Geduld üben muss aber das muss ich sowas von.


    Die Videos versuche ich heute Abend hochzuladen.


    Einen schönen Sonntag und DANKE für Eure Zeit.

  • Hi Blackbird,


    Du bist in meiner Nähe, meine Esel stehen auch (noch) im Saarland. Schreib mir gern eine private Nachricht, ich kann dir eine Tierärztin empfehlen und wenn du möchtest auch mal zu dir und deinen Eseln kommen. Ansonsten kann ich mich oben nur anschliessen - gib den Eseln Zeit, dich kennenzulernen. Oft dauert es mindestens 1 Jahr, bis sie richtig angekommen sind. Du weißt bei diesen Eseln ja zusätzlich auch nicht, was sie schon alles mitgemacht und Schlechtes erlebt haben haben. Mit euren Spaziergängen so kurz nach der Ankunft habt ihr sie vermutlich überfordert und verunsichert. Einfach Zeit mit und bei ihnen zu verbringen wird euch einander näherbringen. Und, wie auch Heike dir empfohlen hat: Konsistent sein und einen strukturierten Tagesablauf und Routine (und später Trainingsablauf) schaffen. Esel sind absolute Gewohnheitstiere und wenn sie abschätzen können, was als nächstes passiert, gibt es auch weniger Grund für Angst.


    Welche Eseltrainerin besucht dich denn, wenn ich fragen darf?


    LG

  • Hallo BlackBird. Natürlich bist Du der Boss, aber das muss man ja nicht mit Gewalt durchsetzen.

    Du brauchst viel Geduld, wirst Rückschläge erleiden aber mit der Zeit wird es besser. Dein Esel braucht auch Zeit um Vertrauen zu fassen.

    Ich bin auch Heikes Meinung

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Guten Morgen zusammen,


    nachdem ich gestern lange und ausführlich mit Finchen telefonieren durfte und erneut gemerkt habe, wie wertvoll eure Unterstützung ist, möchte ich euch eine Situation von gestern schildern.


    Es ist wie gehabt, der Wallach scheint total entspannt und genügsam zu sein.

    Die Stute ist nicht mehr rossig, ihr Verhalten wird aber immer auffälliger.


    Die beiden haben ihren Stall und ihren Auslauf im Wald (Fotos). Es gibt einige Lichtstellen, der Platz ist aber nicht mit direktem Sonnenlicht durchflutet. Auf die angrenzende Weide lasse ich sie um die Mittagszeit, wenn dort die Sonne scheint. Ich öffne das Tor und normalerweise stürmen die beiden sofort raus. Gleich am Anfang stand ein riesen Brennesselgewächs, über das sich die Stute in den letzten Tage hergemacht hat. Dieser Strauch ist jetzt komplett "vernichtet" und es ragen einzelne Brennesseläste über den Zaun, an die sie nicht so gut herankommt.


    Seit dieser Strauch immer weniger wurde, bleibt sie dort stehen, rennt nicht mehr auf die Weide und sobald ich ihr den Rücken kehre, verfolgt sie mich mit gesenktem Kopf wieder Richtung Wald und zwar so, dass es mir angst macht. Sie kommt mir sehr Nahe und ich halte sie mit meinem Stock auf Abstand. Dabei wirkt sie immer nervöser, schwingt mit dem Kopf hin und her. Gestern blieb sie auf Höhe der Brennessel stehen, nachdem ich sie zurückgewiesen hatte und beobachtete mich, als ich unten im Stall war. Dann schrie sie 2x und kam mit Anlauf den Wald herunter in meine Richtung. Unten lief sie dann nervös hin und her und beruhigte sich erst, als ich weg war.


    Ich habe gelesen, dass Esel, die krank sind, instinktiv die Kräuter fressen, die für sie gerade am besten sind. Sie hat die Brennessel radikal vernichtet und ich behaupte, dass ihr nicht gut geht. Ob physisch oder psychisch, das ist die Frage. Dieses Verhalten hat sie nur in solchen Situationen, wenn es um die Weide geht. Ansonsten ist sie zwar nicht total abweisend, ist auch neugierig wenn Menschen kommen, wendet sich aber sehr schnell ab.


    Ich bin wie gesagt neu auf dem Gebiet und brauche noch viel Zeit, um die Esel zu verstehen. Wenn ich auf mein Gefühl höre, dann sagt mir ihr Verhalten jedoch, dass sie weg will, dass sie sich nicht gut/wohl fühlt und mir die Verantwortung dafür gibt. Vielleicht auch in der Kombination zu dem Wallach. Die beiden groomen zwar regelmäßig, ansonsten wissen sie aber nichts mit sich anzufangen und alle Versuche, die beiden spielerisch in Bewegung zu bringen, sind bisher gescheitert.


    Der Gedanke, dass sie sich hier (aus welchen Gründen auch immer) nicht gut fühlt und deshalb eine Verhaltensstörung entwickelt, bricht mir das Herz.


    Die Vermittlerin hat mir nun gestern einen Vorschlag gemacht, über den ich vorher nie nachgedacht hätte. Dass sie die Stute zurücknimmt (sie hat selbst noch eine Stute, mit der sich unsere gut verstanden hat und dieses Verhalten nicht annähernd gezeigt hat) und gibt uns dafür einen jungen Hengst. In der Hoffnung, dass die Stute wieder glücklich wird und unser Wallach einen Spielgefährten bekommt.


    Ich habe KEINE Ahnung, ob diese Entscheidung richtig sein könnte und bin auf eure Meinungen gespannt.


    P.S. Die Fotos sind vom Tag der Ankunft, der Stall ist mittlerweile zu! :)


    Danke!


    Michelle

  • Eigentlich ohne Zeit und ohne auf die Problematik eingehen zu wollen:


    Vergiss die Sache mit dem Hengst! !!

    Fakt ist, dass Stuten und Wallache sich nix zu sagen haben - keine Männergespräche, kein Mädeltratsch.

    Wallache sind "Spieltiere", Stuten haben "wichtigeres" zu tun, nämlich den Nachwuchs zu produzieren bzw. aufzuziehen. Sie sind ernsthafter und können mit den Wallachen nix anfangen. Und die nicht mit den Stuten - wie sollen sie beispielsweise die Rosse verstehen? Sie sind (relativ) geschlechtslos. Und selbst, wenn sie einen geringen verbliebenen Trieb haben, benehmen sie sich in der Rosse nicht wie ein potenter Hengst, nämlich die Stute mit Bissen und Tritten ordentlich treiben, was für uns schrecklich aussieht, für die Stute aber Beweis der Stärke des Hengstes ist. Ein Wallach ist für sie ein Schwächling. Und spielen wie Wallache tun Stuten sowieso fast nie.


    Das dazu. Anstatt auf das wirklich sehr seltsame Angebot der Vermittler mit dem jungen Hengst einzugehen, der Deinen Wallach möglicherweise erst mal "knechtet", und den Du dann für teures Geld kastrieren lassen musst (Eselkastratation kann deutlich teurer sein als Pferdekastration; deshalb werden die Leute sie immer gern los, solange sie noch nicht kastriert sind), könntest Du ihr ja vorschlagen, die Stute zu Euch zu holen. Wenn die beiden Stuten sich vorher schon gut verstanden haben, wäre das DIE Lösung. Lass Dich um Gottes Willen nicht auf einen Junghengst ein! 90% der Junghengste sind ein Fall für Fachleute; damit handelst Du Dir nur Ärger ein; Dein Wallach vermutlich auch.


    Ich hatte Dich so verstanden, dass Deine Stute und Dein Wallach früher zusammen standen und sich gut verstanden hatten.


    Gruß uta

    Think positive -

    Edited once, last by Finchen ().

  • Hallo Uta :)


    mein erster Gedanke war auch, dass das nicht in Frage kommt. Weil ich die Esel ja ankommen lassen will und nicht schon wieder neu aufstellen will.


    Mein zweiter Gedanke war der, dass eine weitere Stute unsere Stute vielleicht glücklich macht, aber dann hat der Wallach noch immer keinen Spielgefährten und man merkt ihm an, dass er "offener" für Abwechslung ist. Es ist genau wie du beschreibst, der Wallach will spielen, lässt sich auf neue Situationen ein und vertraut. Die Stute hat "besseres" zu tun. Genau das formuliert ihr unglückliches Verhalten.


    Kann es sein, dass 2 weitere Esel die beste Lösung wäre?


    Fakt ist, ich weiß nicht, wie lange die beiden in der Kombination schon zusammen sind, ich versuche heute noch an Informationen ranzukommen aber das ändert ja gerade nichts an der Situation.


    Hat jemand eine Idee, ob die große "Brennessel Liebe" auf eine Krankheit hindeuten könnte?



    Michelle

  • Den vorgeschlagenen Tausch würde ich in gar keinem Fall machen, mit eine jungen Hengst hast Du noch mehr Probleme.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Brennnessel - Krankheit, muss nicht sein.

    Im Moment samen die Brennnesseln und scheinen besonders gut zu schmecken, d.h. süß.

    Wenn Du die Möglichkeit hast, solltest Du irgendwo welche abmähen und anwelken lassen und

    dann verfüttern. Brennnesseln sind sehr gesund; angewelkt wird sie auch der Wallach mögen.


    Zwei weitere Esel würde ich nicht machen. Gut, wenn Du erfährst, wie lange diese Beiden überhaupt

    zusammen waren; vielleicht kennen die sich ja auch noch nicht richtig. Dennoch wäre eine zweite Stute

    besser. Solltest Du wirklich auf die Idee kommen, noch zwei Esel dazu zu nehmen, dann bitte wieder

    1 Wallach und 1 Stute = zwei Pärchen. Wenn man Glück hat, klappt das. Aber ich finde das einen zu großen

    eiligen Schritt. Bei Eseln dauert alles etwas länger - dann auch, zu sehen, dass sich die vier vielleicht doch

    nicht verstehen.....


    uta

    Think positive -

  • Auch die Schafe und Ziegen haben die Brennnesseln gnadenlos vernichet, wenn erst mal die Samen reif waren, Esel sowieso.

    Dieses bei-dem-jämmerlichen-Rest-stehen-bleiben-und-dann-hinter-Dir-herrennen, wenn du gehst, ist vielleicht eine Aufforderung nach Nachschub (siehe Uta):

    Wir haben öfter die abgenagten Äste gebracht bekommen nach dem Motto "das ist alle", oder den Striegel, die Leinen, etc., je nachdem, was gerade gefragt war, Esel können gut ausdrücken, was sie wollen.

    Bring doch mal was Leckeres mit, wenn Du kommst, (Weidenzweige, Brennnesseln, Heckenrosenzweige, Birke (nicht ganz so gefragt bei unseren), Disteln natürlich,) es gibt jede Menge Kräuter, die sie gerne fressen und die auf den Koppeln dann sofort weg sind. Und mitgebracht bekommen ist was anderes, als selber pflücken!

    Daß sie sich beruhigt, wenn Du weg bist, muß nicht gegen Dich gerichtet sein: Bsp: Impfen auf der Koppel, (Anruf bekommen, es wird später, Notfall, ich warte und lass sie wieder raus) ich sehe den Tierarzt als erste kommen und sperre ab bzw binde an -- kein großartiges Problem beim Impfen; Aber nächstes Mal (es wird wieder später): Ich kriege es nicht mit und der TA steht da plötzlich -- ich kriege keines eingefangen, es wird Kopf geworfen, gekeilt, sich unmöglich benommen, ich kenn sie nicht wieder. Beim nächsten Impfen, angebunden, wieder alles locker und weitgehend kooperativ.

    Ich meine damit, wenn Du gegangen bist, ist ja keiner da, für den sie hin und her rennen kann, sozusagen kein Publikum. Wenn ich es geschafft habe, mich zu nicht üblichen Zeiten anzuschleichen und zu kucken, was Sache ist, waren alle mit irgenwas beschäftigt, bis sie mitgekriegt haben, daß ich da bin, erst dann lief die "am Verhungern Show" ab (war ein Tipp vom Nachbarn, der nebenan die Äcker hat: Solange er da zugange war ist keines "verhungert", immer erst, wenn eines von uns auf dem Weg war ("ich wußte, daß du gleich kommst, weil ...").

    Von der Weide angefegt kommen, wenn eines von uns am Stall fertig war, wäre bei uns die Aufforderung zum täglichen Spaziergang gewesen, das war die übliche Routine, vielleicht gibt es bei ihr ja auch etwas, was sie damit verbindet, daß du im Stall bist, was sie von vorher gewohnt ist. Und sie hat Dich im Stall erst jetzt realisiert, wo sie das von der Brennnessel aus beobachten konnte.

    So,wie Du das Alles schilderst, kannst Du aber natürlich noch nicht raus mit ihr, wenn Du verunsichert bist, das war damit nicht gemeint.

    Detektivarbeit und Geduld ...

    Und wenn Ihr sie übers Veterinäramt habt, wird es vorher nicht so optimal gewesen sein, daß sie jetzt bei Dir eine Verhaltensstörung entwickelt; wenn man selber umziehen muß, hat man ja auch nach 5 Wochen noch nicht alles wieder "am Laufen", unser letzter Tierschutzhund (Scheidungshund) hat etwas über ein Jahr gebraucht zum "daheim sein", unser "ordnet sich nicht in die Herde ein und muss weg" Esel (Nr 1) hat über die Jahrzehnte immer wieder mal meine Chef-Position in Frage gestellt und mir jeweils ein paar Stunden bis Tage beschert, wo ich an mir gezweifelt habe und am liebsten hingeschmissen hätte. Kostet Zeit, Nerven, Geduld vielleicht auch blaue Flecken und lohnt sich.

    Ansonsten: Kein Hengst, siehe die Anderen

    und erst mal auch nicht noch zwei weitere, schon gar gar nicht aus der selben Quelle, sonst hast Du evtl noch meht Baustellen.

    Später mag das dann anders sein.


    Irene

  • Hi Michelle

    Mein zweiter Gedanke war der, dass eine weitere Stute unsere Stute vielleicht glücklich macht, aber dann hat der Wallach noch immer keinen Spielgefährten und man merkt ihm an, dass er "offener" für Abwechslung ist. Es ist genau wie du beschreibst, der Wallach will spielen, lässt sich auf neue Situationen ein und vertraut. Die Stute hat "besseres" zu tun. Genau das formuliert ihr unglückliches Verhalten.

    Im Genteil zu allen aderen würde ich dir zu einem Tausch raten.Denjungen Hengst würde ich noch an Ort und Stelle kastrieren lassen und dann ca 2 Wochen später könntest du die Tiere tauschen. Du würdest damit den Wallach total glücklich machen. Wallache spielen für ihr Leben gern ,es macht Spaß,ihnen zu zusehen.

    In meinem Blog findest du hier Bilder von 2 Wallachen.Sie spielen den lieben langen Tag ,es ist herrlich,ihnen zu zusehen.

    Hat jemand eine Idee, ob die große "Brennessel Liebe" auf eine Krankheit hindeuten könnte?

    Nein es gibt keine spezielle Erkrankung :) Brennessel besitzen sehr viel Vitamine ,Kieselsäure etc,auch sind sie Harntreibend.Sie sind auf deutsch gesagt - super gesund.

    Esel wie alle anderen Tiere fressen die Brennessel instinktiv.Sie wissen genau,was wann in ihrem Körper fehlt.Zur Zeit sinds Vitamine.Sie bekommen das Winterfell,da wird alles gebraucht.

    Auch dazu eine Seite meines Blogs.


    Übrigens wenn Stuten rossig sind, haben sie ein geringeres Schmerzempfinden und sind meist sehr mutig sprich frech.Das wiederholt sich dann alle ca 2 Wochen,ich meine die Rosse. Überlege es dir - ich würde es wirklich machen - Hengst v Ort kastrieren lassen und danach tauschen.

    Viel Glück

    LG Agnes