Brombeeren

  • Hallo ihr Lieben,


    Wir wissen Alle: Esel lieben Brombeeren! Auch meine beiden Langohren.


    Ich hab da aber mal 2 Fragen zu.


    1. Kann mir jemand erklären wie genau die Esel es schaffen, die Ranken und Blätter zu fressen, ohne sich zu verletzen?


    Also bis auf einen kleinen Kratzer ab und zu (außen)auf der Nase, hab ich bisher keine Verletzungen feststellen können. Natürlich fressen sie mit Bedacht und Vorsichtig. Trotzdem ist es mir(auch bei Disteln) ein Rätsel wie sie es machen. Sie müssten sich doch am/im weichen Maul verletzen. An der Zunge oder sogar an der Speiseröhre.




    2. Ich hab (zum Glück meiner Tiere) viele Brombeerbüsche auf der Wiese, wo sie sich bedienen können wie sie möchten.

    Aber füttert ihr auch lose/geschnitten Ranken?


    Ich füttern ab und zu ein Paar, habe aber das Gefühl, dass es ihnen deutlich schwerer fällt, da sie die Blätter nicht "abzupfen" können wie bei verwurzelt Pflanzen.

    Sie kauen die Blätter dann Vorsichtig ab.


    Füttert ihr auch Lose oder hat jemand festgestellt dass es schädlich ist/ein erhöhtes Verletzungsrisiko darstellt?




    Ich freue mich auf eure Erfahrungen und bin gespannt auf eure Antworten.



    Liebe Grüße

    Lasuna

  • Ich habe wilde Brombeeren außerhalb der Koppel, die ich immer schneiden muß, damit sie nicht in den Elektrozaun wachsen.

    Beim Schneiden stehen alle Esel hinter mir und warten auf die abgeschnittenen Ranken. Manchmal wachsen die Biester schneller, als ich mit dem Schneiden nachkomme, dann recken sich ein paar Ranken durch den Zaun und die Esel könnten sie fressen - tun sie aber nicht. Sie müssen abgeschnitten sein.

    Bei Brennesseln dasselbe: wenn sie auf dem Halm stehen, gehen sie nicht dran, aber wenn ich sie schneide, fressen sie sie sofort (also nicht getrocknet, sondern gleich frisch).


    Eigentlich müßten die Brombeeren pieksen und die frischen Brennesseln an den Lippen oder auf der Schleimhaut eben brennen, scheint aber nicht so zu sein.

    Eine Erklärung habe ich dafür auch nicht. :/


    LG,Rheinkiesel

  • Bei den Brennnesseln ist die Erklärung einfach, und man kann sie bei den Eseln sehen, die sich das von älteren abgeguckt haben:

    Sie fressen sie von unten nach oben, d.h. sie kommen mit der nicht brennenden Unterseite in Berührung oder pressen die Blätter

    so zusammen, dass sie nicht brennen (eines von beiden). Soweit ich weiß, gehen die Meinungen auseinander. Fakt ist: Sie fressen von unten nach oben.


    uta

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  • schlehenbüsche haben ziemliche lange und harte stacheln. trotzdem werden sie genüsslich gemampft.

  • Moin Moin, nochmal zu den Ästen. In wie weit verhindern die Äste Hakenbildung der Mahlzähne? Die Zahnbehandlungen gefallen mir überhaupt nicht.Danach sind die Esel für ein paar Tage deutlich distanziert zu mir. Es ist wie ein Vertrauensbruch. Deshalb habe ich es in diesem Jahr ausfallen lassen. Soweit ich fühlen kann ist da auch nichts was weg müsste. Gussi ist 21und Tönnchen 14 Jahre alt. Bei Gussi war's auch nur wenig.Vieleicht wird's im Alter weniger?

    So Long :S

  • Lasuna: ich finde es auch immer erstaunlich, wie sie es schaffen, die Brombeeren u.ä. zu fressen. Ich habe auch einige Brombeerranken, die sie jederzeit abknabbern können. Lose habe ich sie noch nie verfüttert.

    @ Medizinradwnaderer: Lässt Du die Zähne mit oder ohne Sedierung machen? Ich habe es zuerst mit Sedierung machen lassen, das war auch immer ein Riesenproblem. Jetzt habe ich eine Dentistin gefunden, die es ohne Sedierung macht, das klappt bei meinen Eseln viel besser. Meine haben sich so über die Sedierung aufgeregt, dass diese nicht viel geholfen hat. So ist es auch noch etwas stressig, aber nicht annähernd so wie mit Sedierung.

    Gruß, Simone

  • Glaube ich nicht, wenn ordentlich gespritzt und vorher kein "Theater" gemacht oder Spannung aufgebaut wird.

    Die Frage ist nur, ob Dein Vet weiß, dass Esel eine andere Narkose brauchen als Pferde. Die übliche Pferdenarkose

    ist wenig sinnvoll und wirkt beim Esel auch oft nur 2/3 der Zeit wie bei Pferden. Usw.


    uta

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    Edited once, last by Finchen ().

  • Glaube ich nicht, wenn ordentlich gespritzt und vorher kein "Theater" gemacht oder Spannung aufgebaut wird.

    Die Frage ist nur, ob Dein Vet weiß, dass Esel eine andere Narkose brauchen als Pferde. Die übliche Pferdenarkose

    ist wenig sinnvoll und wirkt beim Esel auch oft nur 2/3 der Zeit wie bei Pferden. Usw.


    uta

    Sehe ich auch so.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß es mit Sedierung stressiger ist als ohne. Das ist unlogisch. Der Sinn der Sedierung ist ja gerade, Streß zu vermeiden. Man spricht ja auch von der "Scheiß-egal-Spritze". ;)

    Es ist aber sehr wichtig, das das Tier sich nicht vorher aufregt. Wenn der Adrenalinspiegel hoch ist, sollte man nicht sedieren. Zum einen ist die Wirkung dann gering oder nicht vorhanden, zum anderen besteht die Gefahr eines Kreilaufkollapses.

    Und die Dosierung ist beim Esel ganz anders als beim Pferd.


    Ich vermute stark, daß der mangelnde Effekt der Sedierung, den Ihr beschreibt, auf diese Faktoren zurückzuführen ist.


    LG,Rheinkiesel

  • Es geht nicht um die Menge, Helmut, sondern um die Zusammensetzung der Narkosemedikamente

    Sehr viele - auch sehr gute Tierärzte - behandeln Esel wie kleine Pferde mit langen Ohren.

    Nichts für ungut.


    Was war denn Deine Frage? Ob der Abrieb der Mahlzähne im Alter weniger wird?

    Dass Äste Hakenbildung verhindern, ist mir neu. Wer sagt das?


    uta

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  • Guten Morgen ,

    o.k. mein Tierarzt hat mir schon beim Erstbesuch gesagt:" Ihre Tiere sind Esel" und verwies auf Besonderheiten der Behandlung.

    Meine Gedanken zum Verhältnis Äste/Zähne waren Wunschdenken um den Tieren die Situation zu ersparen. Und deshalb war meine Frage eine emphatische. Rein emotional bedingt.

    LG

  • Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß es mit Sedierung stressiger ist als ohne. Das ist unlogisch. Der Sinn der Sedierung ist ja gerade, Streß zu vermeiden. Man spricht ja auch von der "Scheiß-egal-Spritze". ;)

    Dann kennst Du meinen Esel nicht ;-), er hat mehr Angst vor der Sedierungsspritze als vor der Zahnbehandlung. Deswegen wirkte die Sedierung auch nicht gut, weil er schon so panisch ist, wenn er die TÄ mit Spritze in der Hand sieht. In meinem Fall funktioniert es ohne Sedierung besser (und wesentlich stressfreier für Esel, Dentistin und mich), ich denke, da muss jeder selbst entscheiden, was für den Esel stressfreier ist.

    Aber das passt eigentlich alles nicht mehr zum Thema "Brombeeren"...

    Edited once, last by Simone ().

  • Helmut, Zähneraspeln ist schlicht und einfach lebensverlängernd. Die Alternative wäre, so lange zu warten, bis nichts mehr hilft als Zähne ziehen - dann gibt es Grascobs. Geht auch. Nur damit ist mein bosnisches Gebirgspferd 51 Jahre alt geworden und dann auch nicht wegen der fehlenden Zähne gestorben.

    Der "natürliche" Tod des Equiden ist Verhungern, weil die Zähne irgendwann nicht mehr funktionieren und manchmal auch von selbst ausfallen. Oft genug aber leiden die Tiere lange unter Zahnentzündungen.


    Rheinkiesel, ich hatte ja auch allgemein geschrieben. Dein Esel hat halt eine Phobie. Vielleicht hilft ja Üben (manchmal ja, manchmal nein, habe ich

    festgestellt).

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  • Hi Simone, alles klar jetzt wieder die Brombeeren 8) . Also hier haben sie leider den Scheitelpunkt erreicht.Da kommt nix mehr. Und die noch dran sind verwässern im Geschmack. Sehe immer begeistert zu wenn sie von den Eseln gepflückt

    werden. Ùbrigens meine Picard's machen es auch.

    Bis bald :thumbup:

  • Danke für eure Eindrücke.


    Fazinierend. Werde wohl bei Gelegenheit auch mal meinen Tierarzt fragen.

    Die Frage stellt sich auch bei Weißdorn und ähnlichen stachligen Vertetern...


    Dass mit den Brennnesseln ann ich mir erklären, wenn ich sie beim fressen beobachte... Ganz geschickt sind sie dabei!



    Liebe Grüße

    Lasuna

  • Die Stachel-Toleranz kenne ich auch von Hunden: meine Dobermann-Hündin hat mal einen Igel gefangen und verzehrt, samt Stacheln!

    Ich habe in Panik den TA angerufen, weil ich dachte, die Stacheln perforieren ihr Magen und Darm; er meinte ganz gelassen, da würde gar nichts passieren. War auch so.


    LG,Rheinkiesel