Esel kastrieren

  • Hallo,
    ich habe einen Eselhengst (16 Monate alt), den ich im Herbst kastrieren lassen will. Er steht mit einer 10 jährigen Maultierstute zusammen und ist äußerst aktiv. Eine Bekannte fragte mich, ob sie evtl. den Esel zum Decken ihres Shettys ausleihen kann.


    Frage: Fall unser Esel deckt, hat das negative Auswirkungen nach dem
    Kastrieren im Blick auf sein Verhalten?


    Ist das eigentlich richtig, daß das Kastrieren möglichst im Frühjahr oder Herbst gemacht wird und welches Lebensalter ist günstig beim Kastrieren fü das Verhalten später?


    Danke
    Nils

  • Hey Nils


    Erstmals Herzlich Willkommen hier im Forum. :)


    Da dein Eselshengst jetzt schon recht ääähmm ... Aktiv ist, sehe ich persönlich keinen Grund weshalb er nicht auch nähere Bekanntschaft mit einer Shetty Stute machen darf, da es ja die Shetty Besitzerin sogar wünscht.


    Wie die Auswirkung des Kastrierens bei Eseln ist, weiss ich nicht Haar genau, aber bei meinem Maultier hatte das keinerlei Negative Auswirkungen, er freut sich nachwievor über weibliche Gesellschaft. :D


    Die Kastration wird wegen all den fliegenden Ungeziefer Mücken etc. im Frühjahr oder eben im Herbst vorgenommen, damit die Wunde ohne komplikationen (fliegeneier oder was auch immer) gut und schnell Verheilen kann.
    Und auch wegen der Hitze ( Sommer), die den Tieren doch arg zu schaffen macht.


    Was das Alter anbelangt bin ich leicht überfragt, da kann ich dir leider gar nicht helfen.

  • In der Eselwelt hab ich mal gelesen, dass Eselhengste schon ab 12 Monaten decken können. Also wär's bei deinem Eselchen nicht zu früh und nicht zu spät eigentlcih ideal, denk ich mal.


    Liebe Grüße,
    Brigitte

  • Hallo Nils,
    bitte überlege Dir die Sache mit der Shettystute gut. Ich finde, auch als Hengsthalter hat man eine Verantwortung gegenüber "seinen" Fohlen. Es gibt in Deutschland sehr viele Pony-Mulis, die teilweise recht schwierig sind (Ponydickkopf gepaart mit der Eigenst?ndigkeit des Esels) und von Hand zu Hand weitergereicht werden. Dann können solche Tiere wegen der geringen Grüße nur von Kindern geritten werden, wobei diese oftmals Probleme mit dem Charakter der Mulis haben. Natürlich gibt es auch problemlose Pony-Esel-Mixe, aber die sind leider eher die Ausnahme. Warum möchte die Shetty-Besitzerin denn ein Mulifohlen haben? Vielleicht könnte man es ihr schmackhaft machen, ein bereits geborenes zu übernehmen?
    Desweiteren bin ich der Meinung, daß man nur mit ausgewählten und wirklich guten Tieren züchten sollte; ich kenne Deinen Hengst nicht, aber ich an Deiner Stelle würde mich erst mit dem Decken befassen, wenn das Tier von einer Kommission (z.B. beim alljährlichen Eseltreffen) für geeignet angesehen würde; denn dann hätte/n sein/e Fohlen auch Chancen, ein wirklich gutes Tier zu werden.
    Gruß
    Beate

  • Vielen Dank an Anita, Brigitte und Beate für Euer promptes Antworten. Das gibt mir gute Denkhilfen.


    Bis auf Weiteres
    Nils

  • warum kastrieren? sprechen wir doch auch über sterilisation ... !

  • Quote

    Original von arlene guimaraes
    warum kastrieren? sprechen wir doch auch ?ber sterilisation... !


    Ja bitte, dann sprich Dich aus! :D

  • wenn das ziel mit der kastration ist das tier ruhig zu stellen?, kann ich es verstehen obwohl es mir traurigkeit bereitet?
    wenn aber das ziel das nicht vermehrung sein sollte, dann sehe ich nur die sterilisation als optimale lösung !


    leider kann ich, auch nach mehr als 20 Jahre im Land, immer noch nicht gut mich auf deutsch ausdrücken? bitte um verzeihung.


    lenita

  • Hallo Lenita


    da bin ich absolut nicht gleicher Meinung wie du. Bei einer Sterilisation wird die sehr starke Triebhaftigkeit von Maultieren, sowohl auch bei Esel nicht unterbunden!
    So ein Tier kann nie in eine Herde Integriert werden.

  • Hallo zusammen,
    jetzt muß ich mich doch auch einmal zu Wort melden.


    Wo liegt das Problem, wenn ein Hengst gelegt wird ?
    An dem menschlischen Empfinden, er sei kein richtiges Tier mehr ?
    Hat den dieses Tier in unserer Haltung überhaupt eine Chance sein Hengstverhalten richtig auszuleben ?
    Ich sage ganz einfach : Nein
    Wir haben nicht die Weiten in denen Hengste in freier Natur leben. Vorallen wenn Stuten in der Nähe sind. ( und dies gilt auch bei einem Eselhengst für Pferdestuten)
    Meine Erfahrungen, sowohl mit Muli- als auch Eselhengsten haben gezeigt, daß ein Hengst immer Probleme macht, wenn seine Geschlechtsreife erreicht ist.
    Oft genug habe ich erlebt (erst vor einigen Tagen) daß ein junger Eselhengst "lustig" wird, wenn er laut und hüufig schreit, mit angelegten Ohren auf einen Menschen losrennt oder plötzlich beißt und tritt.
    Wer einmal das Deckverhalten von Eseln beobachten konnte, wird sich genau an diese " Eigenschaften" erinnern. Aus menschlicher Sicht, brutal und rücksichtslos ! Doch genau dies ist eben die Art bei Eseln.
    Ein " Zuchthengst" gehört in verantworungsvolle Hunde. Er wird immer von der Herde getrennt sein. Meist reicht es einen Augen- und Schnupperkontakt zu haben.
    Aber auch ein kleiner Esel von nur 1,05 m entwickelt ungeahnte Kräfte, wenn eine Stute rossig ist.
    Mein Muliwallach wurde erst mit 6 Jahren gelegt. War bis dahin als Flaschenkind aufgezogen, brav und lieb. Als seine Hormone durch
    kamen, biß er alle Pferdestuten und zerlegte den Stall.
    Um ihn vorm Schlachter zu bewahren, wurde er, als letzter Ausweg,
    kastriert. So kam er zu mir, und ich erlebte einen williges, aufmerksames Maultier.
    Ich habe nie ein Hengstfohlen verkauft! Es waren alles ausgeglichene Wallache, die lange bei ihrer Mutter waren und in einer " Jugendgruppe"
    ihre Rangordnung gelernt hatten.
    Warum werden Hengstfohlen überhaupt verkauft/gekauft ?
    Weil der Anschaffungspreis niedriger ist oder der Verkäufer die Kastrationskosten sparen will !!! ... und außerdem ist ein Eselchen doch sooooooooo niedlich.


    Nun noch ein Auszug aus dem Duden:Kastration=Verschneidung
    Sterilisation= Unfruchtbarmachung
    Wo liegt hier der Unterschied? beides meint doch den gleichen Vorgang. Oder sehe ich das falsch?
    Übrigens, mein Eselwallach wird von seinen vier Damen "umgarnt" und er steht gerne zur Verfügung ( allerdings ohne Folgen )


    mit eseligen Grüßen von
    Asina

    Wo die Pferde versagen, schaffen es die Esel

  • Ein Esel oder Maultier als Hengst zu belassen, zeugt nicht von Tierliebe.
    Der Gang zum Metzger ist vorprogrammiert.


    Und es wimmelt nur so von Weideunglücks-Tieren.