Kastration was wisst ihr darüber?

  • Hallo,


    Susi ist momentan wieder rossig und Julius deckt sie weiterhin, auch wenn er seit Mitte Oktober 2019 ein Wallach ist.

    Nun hat Janosch natürlich gesehen was sein Papa macht und ahmt es nach. Seit gestern auch mit steifen Penis und in der richtigen Position um bei Susi reinzukommen. Und Susi steht da und fatscht mit den Zähnen und wartet ab.


    Ich dachte mal gelesen zu haben, dass Stuten ihre eigenen Hengstfohlen nicht dulden. Ich denke zwar nicht dass er schon Geschlechtsreif ist mit 4 Monaten, aber natürlich mache ich mir Gedanken was die nächsten Monate bringen werden.

    Der Tierarzt kommt bald um Janosch zu Chippen und Susi und Julius zu impfen, da möchte ich mal fragen ob es eine Möglichkeit gibt Susi hormonell die Rosse zu unterdrücken. Denn wenn Susis toller Duft fehlt haben Julius und Janosch auch keinen Anreiz aufzureiten. Hat da jemand Erfahrungen mit?

    Und ab wann werden Hengstfohlen Geschlechtsreif? Die Kastration von Janosch wollen wir auch nicht so lange hinauszögern, aber natürlich müssen wir auf den Winter warten.

    Freue mich auf eure Ideen.

    Gruß Nicole

  • Warum auf den Winter warten? Die Fliegen sind das Problem. Also einfach auf schlechteres Wetter warten(weniger Fliegen), und dann nach der Kastration auf ein bisher ungenutztes, also sauberes Stück Weide setzen für die erste Woche. Die Kastration wird im Fohlenalter meist besser weggesteckt, als später.( Das ist zumindest meine Erfahrung). Der Schnitt sollte aber auf jeden Fall möglichst so erfolgen, dass das Wundsekret gut abfliessen kann. Pferdeveterinäre muss man manchmal darauf hinweisen, dass die Adern abgebunden werden müssen( einfach abklemmen wie beim Pferd reicht nicht).Wegen der stärkeren Durchblutung kann es sonst zum Tod durch verbluten kommen. Deshalb empfehlen sich direkt nach der OP stündliche Kontrollen. Meist ist nach 3-5Tagen alles ausgestanden.

    Nur Mut, denn bis zum Winter kann der Kleine evtl. schon decken.

  • Der jüngste Pferdehengst, von dem ich zuverlässig weiß, dass er erfolgreich gedeckt hat,

    war fünf Monate alt. Insofern...


    Bei einer Stute einen solchen hormonellen Eingriff zu machen, ist eine heftige Sache,

    die gut überlegt werden will.

    Ich würde die beiden Jungs wegsperren. Zumal, wenn der Kleine schon "richtig" deckt.

    Das geht ja gar nicht.


    Ich weiß, wegsperren ist schwierig; aber besser als ein Fohlen von einem frühreifen Bruder.


    Wieso müsst Ihr auf den Winter warten? Ein kühler Spätfrühling oder Frühherbst tut's doch auch...


    uta

    Think positive -

  • Hallo Nicole

    Sind denn die Hoden schon im Hodensack,also abgesunken ? Erst dann kann er erfolgreich decken und auch erst dann kann er kastriert werden.Vorher läuft nix . Bei mir wird jetzt der 2.Esel mit 8 Mon kastriert,der 1. war 11 Mon.Der Stute bitte nicht die Rosse unterdrücken,ihr Hormonsystem gerät durch einander und sie wird dann dick und fett.

    MG Agnes

  • Hallo,


    Die Rosse ist jetzt erstmal überstanden und so wird Susi von den Beiden wieder in Ruhe gelassen bzw. Janosch spielt wieder nur mit ihr herum und hängt irgendwo quer über ihrem Rücken etc.

    Hallo Nicole

    Sind denn die Hoden schon im Hodensack,also abgesunken ? Erst dann kann er erfolgreich decken und auch erst dann kann er kastriert

    MG Agnes

    Danach taste ich regelmäßig, aber bis jetzt denke ich nicht, dass sie schon da sind. Fühlt sich nur nach Hautfalten an. Aber genau kann ich das nicht sagen, da mir hier die Erfahrungen mit Fohlen fehlen.

    Kennt sich jemand mit den Deckschürzen aus, die man sonst bei Schafen nimmt? Vielleicht wäre dass noch eine Option für Janosch, so dass er auf jeden Fall bei den nächsten Rossen keinen Erfolg hat.

    Frühzeitiges Trennen von Susi kommt für uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht infrage.

    Janosch braucht seine Mutter und ich möchte auch Susi nicht in Einzelhaft nehmen.

    Das gibt nur kaputte Zäune und freilaufenden Esel, weil sie sich immer noch hören würden.

    Es kennt nicht zufällig jemand Hengsteselfohlenkoppeln in Sachsen?


    Gruß Nicole

  • Wenn Du eine Hengstfohlenkoppel in Betracht ziehst, kannst Du ihn zu dem

    Zeitpunkt, zu dem zu ihn dahin gibst, auch an Kastration denken also nach dem

    Absetzen.Das ist "gehupft wie gesprungen". Ich denke, die Zeit bis dahin ist

    Dein Problem.


    uta

    Think positive -

  • Hi Nicole

    Du brauchst dir momentan noch keine Sorgen machen.Er ist als Hengst geboren und er weiß es auch vom Instinkt her.Wenn im Hodensack noch nix zu fühlen ist,ist auch noch keine Panik oder Deckschürze angesagt.Die Hoden sind nur befruchtungsfähig,wenn sie kühl/außen hängen,dh.solange sie im Bauchraum sind oder auch sich nur ab und zu draußen zeigen,passiert nichts.Wie war es denn,wo der Papa noch Hengst war? Das ist dann beim Fohlen in Miniform zu erwarten. Wenn du denkst bzw unsicher bist,lass den TA sie ertasten .Dich stört das Aufspringen auf der Mutter,wäre noch eine andere Stute da,würde er die bespringen.Er ist ein Hengstfohlen und übt ,das was er als erwachsener Hengst machen wird.Das ist ganz normal.Bitte trenne ihn nicht schon in dem jungen Alter von der Mutter,er richtet momentan keinen Schaden an.Für manche Menschen ist es dann immer gleich - o Gott-o Gott und abstoßend - aber so schnell geht es nun auch und ist ein ganz normales Verhalten eines Hengstfohlen.

    MG Agnes

  • Hallo,


    Mein Tierarzt hat mir auch von der chemischen Möglichkeit abgeraten. Die Nebenwirkung für Susi wären zu groß. Janoschs Hoden sind schon dauerhaft im Sack fühlbar.

    Bei der nächsten Rosse werde ich es mit einer Bockschürze für ihn versuchen, damit er seine Mutter nicht decken kann und sie noch einige Monate zusammen bleiben können.

    Mein Tierarzt hat mir zu einer weiteren Stute und getrennten Gruppen geraten, wenn Janosch in dem rechten Alter fürs Absetzen ist. Ihn dann mit seinem Vater spielen zu lassen und dann mit ca. einem Jahr zu kastrieren.

    Ein Gedanke mit dem ich auch schon geliebäugelt habe. Wir hätten die Möglichkeit die Stuten an einem anderen Standort ca. 5 km entfernt unterzubringen.

    Natürlich mehr Arbeit für uns, da wir dann an zwei Standorten Weide bauen, füttern und misten müssen.

    Mal sehen wie sich alles entwickelt.

    Gruß Nicole

  • Hallo,


    Heute war es soweit - Janosch wurde mit 9 Monaten kastriert. Ich bin sehr erleichtert das seine Kastration nun vorbei ist und er es gut überstanden hat. Gestern Nacht konnte ich wirklich sehr schlecht schlafen, das geht einem bei einem Tier was man 9 Monate lang jeden Tag gesehen hat und kennt schon sehr nahe.



    Die Narkose konnte genau auf seine 120 kg abgestimmt werden. Es ging sehr flott und nach einer halben Stunde stand er schon wieder.



    Dann habe ich ihn noch ca. zwei Stunden beobachtet und dann durften auch seine Eltern wieder zu ihm. Natürlich ging es gleich erstmal zur Mama an die Milchbar.



    Momentan befinden wir uns auch in der Abgewöhnung von der Mutter. Nachts ist er nur mit seinem Vater zusammen und die Mutter steht neben an. Gerade während ihrer Rosse war sie froh über die räumliche Trennung von den zwei Kerlen.


    So an sich war Janosch ein gut zu händelndes Hengstfohlen, was gelernt hat den Mensch in Ruhe zu lassen und nur seine Artgenossen zu ärgern. Es wird aber für alle eine Erleichterung sein, die Homonschübe des Kleinen nicht mehr so direkt abzubekommen.


    Gruß Nicole

  • Das hat ja gut geklappt, weiterhin alles Gute.

    Gestern Nacht konnte ich wirklich sehr schlecht schlafen, das geht einem bei einem Tier was man 9 Monate lang jeden Tag gesehen hat und kennt schon sehr nahe.

    Ich habe meinen Haffiwallach 22 Jahre, es geht mir immer noch sehr nahe, wenn er etwas hat, obwohl es augesprochen selten der Fall ist.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Warum setzt Ihr den Kleinen denn jetzt schon ab? Er hätte doch noch etwas Zeit...


    uta

    Think positive -

  • Warum setzt Ihr den Kleinen denn jetzt schon ab? Er hätte doch noch etwas Zeit...


    uta

    Nachts getrennt haben wir sie seit letztem Donnerstag, da Susi wieder rosste und ich ihr die zwei Kerle 24h nicht mehr antun wollte. Janosch und Julius haben sich um die eine Stute gekloppt und sie dann gegenseitig im Minutentakt besprungen. So schlimm war es bis dahin noch nie. Aber klar Janosch wird ja auch mit jedem Monat größer, stärker und mehr zum "Kerl".

    Die Trennung über Nacht war für Janosch was ganz komisches, da er bis jetzt noch nie von seiner Mutter räumlich getrennt war. Das hat ihn geistig die ersten Tage so sehr beschäftigt, dass die beiden Kerle die Rosse tagsüber nicht mehr so stark beachtet haben. Dann ist es auch abgeflaut bei ihr und jetzt ist es wieder überstanden nach ca. 6 Tagen.


    Jeden Morgen habe ich sie dann wieder zusammen gelassen und Janosch hat natürlich immer gleich die Milchbar besucht.

    Man merkt natürlich er nabelt sich ab, er sucht schon seit einigen Wochen immer öfter den Kontakt zu seinem Vater zum Spielen, dösen und fressen. Seine Mutter lässt ihn zwar noch trinken, aber sie beißt ihn dann auch oft gleich weg, wenn er spielen will.


    Heute Nacht sind sie alle wieder zusammen. Susis Rosse ist vorbei und Janosch hat die nächsten Tage auch keine Intention sie zu bespringen, denke ich. Und im normalen Herdenverband heilt alles schneller.


    Wir lassen es mit der Trennung langsam angehen, er wird nicht von heute auf morgen getrennt und einer auf den Anhänger geladen und fort gebracht.

    Wir werden abwarten was die nächste Rosse bringt und wie sie sich verhalten.


    Hat jemand noch eine andere Idee?



    Gruß Nicole

  • Das spielende "Decken" der Mutter gehört zum Lernprozess dazu, ebenso die Abwehr der Mutter. Optimaler Weise lässt man ein Eselfohlen bis zu 12 Monate bei seiner Mutter. So lange sie Milch hat, gibt sie ihm die und die bringt ihm alles bei, was so ein kleiner Esel in einer Herde bringen muss. Wenn ihr ihn behaltet, braucht ihr ihn gar nicht abzusetzen. Das macht die Stute allein.

    Liebe Grüße
    Heike