Wanderung mit Esel über mehrere Monate

  • Hallo Eselfreunde und -experten,

    ich überlege, ob ich 2018 eine Wanderung von Norddeutschland nach Spanien mit einem Esel machen kann. Ich habe selbst keinen Esel, habe aber regelmäßig Kontakt zu zwei Kindergarteneseln. Meine Hoffnung ist, demnächst hier in der Nähe einen Esel zu finden, mit dem ich in diesem Jahr "üben" kann und den ich mir dann im nächsten Jahr für 6 Monate ausleihen kann.

    Was meint ihr als Experten dazu?

  • moin edifa,

    schöne idee, ich wünschte, ich hätte diese möglichkeit auch..

    dein leihesel muß dann ein wirklich "wandererfahrener" sein!

    wo wohnst du denn genau, dann könnten hier eher ansprechpartner für dich gefunden werden..

    liebe grüße magda

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    "es gibt nur eine kette, die uns gefesselt hält. und das ist die liebe zum leben."
    (seneca, epistulae moralis)

  • hallo edifa. Interresanter name. Herzlich wilkommen hier. Ich muss mal im forum suchen ob es nicht so was ähnliches nicht schon mal gab .dann könnte man bestimmt dort viele tips raussuchen.

    Wieviel erfahrung hast du was esel betrifft? ich konnte es aus deinem ersten text nicht rauslesen.


    ich habe letztens im tv eine alte doku geschaut dort wanderte ein mann mit einem esel ein teil des jakobsweg. War sehr interresant sie anzuschauen. Wenn ich es wieder finde schreib ich dir hier den titel auf. Evt. Kann man es irgendwo noch mal nachschauen.

    gruß moni

  • -hexe meintest du das?

    in der mediathek irgendwie nicht mehr drin..

    liebe grüße magda

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    "es gibt nur eine kette, die uns gefesselt hält. und das ist die liebe zum leben."
    (seneca, epistulae moralis)

  • Hallo Magda, Hexe und Finchen,

    Danke für eure Beiträge. Das Buch von Borwin habe ich gerade gelesen und es hat mich tatsächlich nochmal bestärkt und motiviert, den Plan anzugehen.

    Ich wohne in Diepholz (zwischen Bremen und Osnabrück) und habe vor ein paar Wochen einen Eselkurs absolviert. Seitdem betreue ich die beiden Esel in unserem Kindergarten. Also, soooo viel Erfahrung habe ich wirklich nicht! Darum denke ich, dass es gut wäre, wenn ich bald einen Esel hier einigermaßen in meiner Nähe finden könnte, mit dem ich in diesem Jahr bis zu unserem Wanderstart im April nächstes Jahr arbeiten könnte. Dann könnten wir uns aneinander gewöhnen und ich könnte weitere Erfahrungen sammeln. So stelle ich mir das jedenfalls erstmal in meiner Theorie vor.

    Immer mal wieder auf der Strecke einen Esel auszuleihen finde ich nicht so schön. Ich möchte lieber einen Freund bei mir haben , dem ich vertrauen kann und der mir vertraut. Auch darin bin ich durch das Buch von Borwin sehr bestärkt worden.

    Meint ihr, dass das - so wie ich es denke - überhaupt umsetzbar ist?

  • Liebe/r (?) Edifa.

    Ich kenne ganz viele (!) Eselleute. Aber ich kenne keinen, der Dir seinen geliebten Esel für solch eine lange Wanderei ausleihen würde. Ich würde es auch nicht tun. Freunde leiht man eben nicht aus. Doch vielleicht hast Du Glück und findest jemanden. Das bedeutet natürlich noch lange nicht, dass dieser Esel dann wirklich Dein Freund sein wird.

    Er wird vielleicht mit Dir gehen, weil er gehorsam ist, und weil Du in der fremden Umgebung das Einzige bist, das er kennt - aber Freund ist schon etwas Anderes und dauert bei Eseln ziemlich lange. Sie sind halt bedachtsam; es dauert oft schon lange, bis sie in einem neuen Zuhause "angekommen" sind. Oft über ein Jahr.


    Hinzu kommt natürlich, dass Du auch viel Wissen über Esel haben musst; besonders, wenn Du lange Zeit allein mit ihm unteregs bist. Das beginnt mit der richtigen Fütterung, medizinische Kenntnisse, Hufpflege (auch da kann es mal zu Verletzungen kommen, die Du behandeln können musst) und dann die Ausrüstung. Kaum jemand hat übrigens einen Packsattel, der für solch eine lange permanente Belastung des Eselrückens ausgelegt ist. Solch ein Packsattel ist teuer und sollte angepasst sein. Bei den Tragetaschen, die in dem letztens hier eingestellten irischen Video zu sehen waren, hab ich persönlich als alte Eselfrau grüne Haare gekriegt.... VIEL zu hoch angesetzt, der arme Esel musste sich mit der schwankenden Last (die nassen Algen waren bestimmt relativ schwer für das kleine Tier) permanent ausbalancieren und hat damit viel Energie verbraucht (das ist ja insgesamt nicht ungesund, aber die schwankende Last ist für das Tier SEHR unangenehm; abgesehen von der Sache mit dem extrem tiefen Wald-/Sumpfboden - manchmal fragt man sich ja doch.... aber das ist eine andere Geschichte).


    Mit einem Wort: Ich persönlich denke, Du solltest erst einmal ausbildungsmäßig voran gehen. Und zwar nicht in dem Sinne "mit dem Esel arbeiten", sondern eine gute fundierte Ausbildung im Trekking für Dich selbst suchen. Einen Eselkurs hast Du ja schon gemacht, vielleicht suchst Du Dir jetzt etwas Eselwandern-Spezifisches. Wenn Du damit begonnen hast, wirst Du merken, das die Sache doch ganz schön vielschichtig ist - sich mit einem Esel anfreunden und mit ihm ohne eigene fundierte Kenntnisse "arbeiten"... das klappt möglicherweise "irgendwie". Vermutlich jedoch nicht, und es kann auch gewaltig schief gehen, und dann hast Du auch keine Freude daran, sondern nur eine Riesenenttäuschung.


    In Frankreich (zumal im südlichen Teil) kann man übrigens viel leichter als in Deutschland einen Esel für eine längere Tour leihen, und zwar inklusive Ausrüstung. Man sollte aber gute Vorkenntnisse haben, um Esel + Ausrüstung beurteilen zu können und zumindest auf der ersten eigenen Tour die Möglichkeit, den Verleiher jederzeit telefonisch kontaktieren zu können, falls etwas schief geht.

    Wie wäre es denn, wenn Du erst einmal eine Eselwanderung mit machst?
    Solche Wanderungen werden doch im Netz angeboten. Magda hat da bestimmt
    recherchiert - vielliecht sprichst Du sie deshalb mal an, oder sie liest
    dies hier.

    Bei Borwin ist übrigens auch Einiges schief gegangen, das er in dem Buch natürlich nicht geschrieben hat; abgesehen davon hatte er vor dem Jakobsweg aber auch eine lange Wandererfahrung, kannte seinen Esel über Jahre und hat ihn Zuhause selbst versorgt.


    Im Forum hier wirst Du bestimmt Rat und Unterstützung bekommen. Aber sei doch so nett und folge der "Etikette" dieses Forums und erzähl in dem Thread "Vorstellungsrunde" ein wenig von Dir. Es muss ja nichts wirklich Persönliches sein. Aber Alter, Geschlecht, vielleicht berufliche Richtung, Erfahrung mit Tieren - das würde "uns" deutlich helfen, Dir besser Rat geben zu können.


    Gruß uta

    Think positive -

  • Hallo Uta,

    vielen Dank für deine offenen Worte. So etwas hilft mir wirklich sehr.

    Manchmal wünscht man sich doch was, was nicht wirklich realistisch ist, nicht wahr?

    Jetzt "gehe " ich gleich erstmal in die Vorstellungsrunde. Entschuldigung, wenn ich das nicht gleich gemacht habe. Ich war bisher noch nie in einem Forum!

    Einen guten Start in die Woche wünsche ich euch allen!

  • Alles gut, Edifa.

    Und was noch nicht realitisch ist, kann es ja noch werden :)

    HIer hat schon mancher "ganz klein" angefangen und ist mittlerweile sozusagen "Profi".

    Es macht ja auch Spaß. Menschen die Esel näher zu bringen und den Eseln nette Menschen.


    Gruß aus dem heute früh noch kalten Brandenburg

    uta

    Think positive -

  • Hallo Edifa,


    mir ist niemand bekannt, der eine Eseltour über mehr als drei Wochen unternommen hat, ohne den oder die Esel auch zu besitzen, egal, ob aktuell z.B. Robert von Happy Donkeys, der mit fünf Eseln von Deutschland nach Portugal in mehreren Etappen gut 3000 km überwand noch historische Vorbilder.


    In Deutschland kenne ich nur Uta Reese vom Häusleberghof am Feldberg im Schwarzwald, die Esel unbegleitet für mehrere Tage verleiht - aber für Monate wage ich zu bezweifeln.


    Der Tip mit Frankreich ist sehr gut, das ist das Eselwanderland Nummer Eins. Du findest dort bestimmt über tausend Anbieter und wirklich jegliche benötigte Ausrüstung, auch Profipacksättel aller Art.


    Es gibt tolle Landschaften zu entdecken, von den Cevennen über das Vercors, den Mercantour-Nationalpark in den Seealpen, die Bretagne bis hin zu den rauen Pyrenäen.


    Mitte des Jahres addiere ich weitere 120 km Eselwandern in Frankreich zu meinen schon erlebten 1000 km.


    Grüße,


    Eseltrecker

    Eselwander-, Asino Mallorquina- und Asino de Miranda-Fan

  • Machbar ist alles, die Frage ist nur wie.

    Uta hat es auf den Punkt gebracht. Der Esel ist nicht Dein guter Begleiter, nur weil er brav neben Dir herläuft.

    Es dauert schon eine ganze Zeit, bis ein vertrauen aufgebaut ist, von beiden Seiten.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Ich finde es gut dass beide optionen da sind es mit esel zu machen aber auch ohne.


    versuche es doch mal bei einer der adresse die eseltrekker dir genant hat mal mit einem esel mehrer tage eine tour zu machen.in deutschland oder in frankreich ( dort hat er wenn er dort viel wandert bestimmt auch adressen die zu empfehlen sind. )

    gruß moni

  • Das ist super lustig, das ist genau das was mein Lebensgefährte und ich im 5 -6 vielleicht doch sieben Jahren mal machen wollen, am allerliebsten ganz stilecht mit einem kleinen Eselskarren, natürlich kann sich das ganze auch ruhig über mehrere Monate ziehen grundsätzlich war der Gedanke das so zu machen so richtig wie es früher eigentlich gemacht werden sollte, entweder zu Fuß oder eben Muli oder Esel

  • wie Cool! ich würde sagen: mache es! Ich bin Damals mit meine Freundin, jetzt Frau Los gelaufen in Süd-Portugal, mit ein Esel mit circa Zwei Monate Übung, indem wir vor Ort Spaziergänge gemacht haben. Aber wir wussten praktisch nichts von einander, weder unser Sam noch wir.

    Vielleicht für manche unter euch unvorstellbar, aber ich war ungefähr so ungebildet wie mann nur sein kann und bin das zum teil imer noch. Habe aber auch schon 6 Jahre mein lieber Esel und meine ihm nichts schlimmeres angetan zu haben als meine Tochter (für sie habe ich auch keine Ausrüstung gekauft oder Ausbildung gemacht bevor sie kam). Wichtige Bedingungen sind: du nimmst ganz viel Geduld und Zeit mit, und stellst dein Erwartungen zurück, und bist bereid was an zu fangen, wovon du nicht weißt wo es hingeht.

    So bald du sehr spezifische vorstellungen hast die erfüllt werden müssen (von den Esel) dann kann ich nur sagen, sorge das du alles bis in die Details geplant hast, inklusive Ausrüstung und Ausbildung.

    Wir haben damals das Packsattel selber gebaut, aus Holz, sehr einfach, mit eine Wolldecke, viermal gefaltet als Sattelpad drunter, die Satteltaschen selber von Hand genäht(ohne nähmaschine also) usw. usw. und ja, die erste Zeit haben wir jeden Tag stunden gebraucht bis wir kappierten wie alles richtig sitzt und hängt, und es braucht viel ausprobieren und natürlich beobachten was der Esel von das alles hält, aber wir menschen haben schon immer gewandert mit und ohne Tiere. Ich bin der Meinung wir sollten ein bisschen mehr auf uns vertrauen, angenommen das wir geduldig sind und bereit zu lernen.

    Viel erfolg wünsche ich dir.

  • Hoi Eigensinniger Esel,

    mijn ouders zijn van vlak bij de grenz.(Achterhoek) .Er is en group ezelvrienden (Nederlanders en Belgiers ) Ezelvrienden Nederland. Informatie op internet verkijbaar. Ik ben er ook lid.

    groetjes Thomas