Grundausbildung erwachsener Tiere

  • Hallo Forum, wie ihr ja wisst haben wir uns 5 Großesel angelacht.

    In diesem Thema geht es mir vor allem um die "alte" Stute (von 2004).

    So wie ich ihr bisheriges Leben einschätze kam sie in Frankreich unter guten Bedingungen zur Welt (sonst wäre sie nicht der prächtige Esel zu dem sie sich gerade entwickelt), hat allerdings dort und in ihrem weiteren Leben keine gute Grundausbildung genossen.

    Am Anfang ist sie sofort geflüchtet sah sie das Halfter, mittlerweile lässt sie sich aber problemlos (manchmal mit etwas gezicke) aufhalftern und läuft recht gut mit. Jeh freundlicher man ist, desto besser klappt es.

    Auf den geringsten Druck reagiert sie sofort mit Flucht oder Angriff - damit meine ich ganz gut umgehen zu können denn wir werden langsam Freunde.

    Mein großes Problem das ich habe ist es an ihre Füße zu gehen, das Klappergestell hat Kraft der ich nicht gewachsen bin.

    Vorn gibt sie die Füße manchmal und lässt sie auch dann auch säubern aber hinten.. und sobald man mit Werkzeug kommt ist es vorbei.

    Zu zweit haben wir sie zweimal ausschneiden können und wenn ich am Kopf bin und sie besäusel geht es auch halbwegs aber sie ist trotzdem richtig gefährlich.

    Wahrscheinlich wurde sie zuvor immer mit Bremse ausgeschnitten und hat grandiose Schmerzerfahrungen gesammelt. Wir wollen aber weder das eine noch das andere weiterführen und mir ist bewusst das es viel Geduld und vermutlich auch Jahre dauern wird bis ich so selbstverständlich wie bei den anderen auch die Füße hochnehmen kann.

    Habt ihr dennoch ein paar Vorschläge für mich wie ich ihr den Verständigungsprozess erleichtern kann?

    Ich nehme mir bei jeder Kontaktaufnahme viel Zeit, bewundere ihre Schönheit, bin sehr Achtsam bei er Annährung, mache nur weiter wenn sie es zulässt, baue Körperkontakt auf, spreche viel, streichel und kraul sie und arbeite mich langsam zu den Füßen runter.

    Dann ist es eine 50/50 Sache ob sie mir ihren knochigen Hintern zudreht oder mich gewähren lässt.

    Was bei, ich nenne es mal hibbeligen Pferden gut funktioniert ist eine Mineralienleckschale - damit habe ich es beim Ausschneiden auch versucht aber nunja, sie ist eben ein Esel.

    Mir ist klar das keine von euch diese Stute kennt und es somit schwierig ist Tipps zu geben aber vielleicht kommt ja doch etwas und sei es nur ein netter Zuspruch.

  • Ich denke Du bist auf dem richtigen Weg. Wahrscheinlich hat sie sich nie richtig wehren können, sowas hinterlässt natürlich Spuren. Ich sabbele immer irgendwelchen Blödsinn vor mich hin, wenn es mal Probleme gibt weil ich glaube die Stimme beruhigt meine Bande.

    Vielleicht kannst Du sie auch mal einen Tag ignorieren und sie wird neugierig. Oder einfach mal einen Fuß heben ohne was zu machen. Und natürlich übertrieben belohnen, nicht nur mit Leckerchen sondern mit Streicheleinheiten.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Viel Geduld haben und täglich mindestens zweimal trainieren ganz kurz nur und immer positiv ändern lassen. Habe bei meinem mit dem minikleinsten Schritt angefangen. Und erst wenn der Sitzt den nächsten kleinsten Schritt gemacht. Am Anfang war es nur Hufe heben gewesen. ( Konnte ihm aber die Hufe auskratzen zwar ) nur raspel und co. Waren ihm nicht geheuer. Gleichzeitig bei dem Esel der daneben stand das Werkzeug benutz dass sie durch schauen lernen.

    Dann erst das Werkzeug mit zum Tier genommen wenn alle anderen Schritte gefestigt waren. Aber erst Mal nichts gemacht. Dann das Werkzeug nur drangehalten, dann benutzt. Falls ein Schritt Mal nicht gut geklappt hat bin ich einen Schritt zurück gegangen. Hauptsache positiv und Mensch und Tier glücklich.

    Das clickern was Uta geschrieben hat ist mir leider zu dem Zeitpunkt nicht eingefallen sonst hätte ich das gemacht.währe bestimmt schneller gegangen.

    Gruß moni

    P.s. was du statt leckschale versuchen kannst ist evt. So eine Art Müsli oder mash. So hatte ich einen von meinen mit bestätigt.

  • Mit Futter lenkst du die wenigsten Esel ab. Wir haben bei solchen Tieren die Erfahrung gemacht, dass es unheimlich hilft, feste Rituale einzuführen. Wir säubern in der Regel jeden Abend die Hufe freistehend, wenn die Esel fressen. Neue Tiere jedoch (allesamt Notesel, denen Hufegeben nicht geheuer ist), werden dazu angebunden. Dann tasten wir uns langsam vor, Bein heben, ohne etwas zu machen, Huf berühren... bis wir dazu kommen, die Hufe zu säubern. Dabei bestimmt aber nicht der Esel, wie weit wir gehen, sondern wir. Das heißt, wir testen aus, wie weit wir gehen können beim ersten Mal. Beim zweiten Mal hören wir einen Moment früher auf, bevor der Esel das Bein wegzieht. Dann wird überschwenglich gelobt. Und jeden Tag ein Stück mehr. Auf diesen Weise haben wir bislang jeden Esel innerhalb einer Woche dazu bekommen, die Hufe zu geben, auch wenn sie nicht begeistert davon sind. Nach 2 - 3 Wochen sind sie in der Regel dann so weit, dass wir auch diesen Eseln freistehend machen können.

    Liebe Grüße
    Heike

  • Wenn man erfahrene und einem vertrauende Esel hat, ist das Lernen für die Neuen inmitten und von ihnen immer die optimale Lösung.

    Clickern ist immer eine Einzellösung und steht auf einem ganz anderen Blatt.


    uta

    Think positive -

  • Vielen Dank für eure Worte. Ich berücksichtige sie bei meinem weiteren Vorgehen und werde euch berichten.