Geschlechtliche Herdenkonstellation im Offenstall

  • Ich halte aktuell zwei Stuten und überlege, in näherer oder weiter entfernterer Zukunft meine Herde zu vergrössern. Meine zwei Stuten sind mittelalt (15 und 18) und zumindest etwa gleich groß (1m und 1,08). Da ungerade Zahlen ja oft eher ungünstige Konstellationen ergeben, würden vermutlich 2 weitere Esel einziehen.

    Nun stellt sich natürlich die Frage, ob Stuten oder Wallache.

    Einen einzelnen Wallach zu drei Stuten finde ich ungünstig, weil er dann keinen Spielpartner hat, also müssten es 2 sein. Da meine Damen nicht mehr so ganz jung sind, möchte ich eigentlich auch nicht, dass ein Wallach sie permanent belästigt. Deswegen tendiere ich aktuell zu 2 weiteren Stuten, allerdings sind diese untereinander auch oft zickig, und meine Damen bespringen sich in der Rosse ebenfalls ....zudem hört man öfter, dass Wallache arbeitswilliger sind und lieber spazieren/wandern gehen etc.

    Bezüglich Grösse und Alter würde ich prinzipiell ein Maß zwischen 90 und 115cm und ab 4 Jahren aufwärts anstreben.

    Was ist eure Meinung dazu?


    Grüsse

  • Hi Flora,

    Es deckt sich auch mit meinen Erfahrungen das Wallache einfacher und arbeitswilliger sind - welche Arbeit willst du mit den Eseln machen oder geht es ums spazieren gehen und den allgemeinen Umgang? 2 Wallache würden mit deinen Stuten auch klar kommen und deine Stuten mit ihnen auch aber ich würde an deiner Stelle Stuten dazuholen.

    Die zicken, klar, sie körperpflegen sich aber auch und üben anderes Sozialverhalten aus.

    Sind deine beiden miteinander verwandt? Wenn ja würde ich die gleiche Konstellation dazu empfehlen, wenn nicht hast du "die freie Wahl" abzüglich Alter und Größe.

    Zu den mittelalten Stuten würde ich 2 ab 6 Jahren und Stockmaß ab 100cm-115cm wählen. Mit 6 sind sie körperlich und geistig "ausgewachsen" und keiner bekommt einen Sonderstatus (zB wenn die älteren Stuten schon Fohlen hatten).

  • Ich habe seit 40 Jahren Esel - da kommt es schon mal vor, dass sich die Zusammensetzung der Gruppe ändert.

    Als ich noch unerfahrener war, habe ich blauäugig Stuten und Wallache "gemischt". Aber mit etwas mehr Erfahrung

    und genauerem Hinsehen bin ich auch zu dem Schluss gekommen, dass gleichgeschlechtiche Gruppen sich besser

    verstehen. Mittlerweile habe ich - es hat sich so ergeben, und ich habe mir nach dem Tod eines Esels immer nur Stuten

    dazu geholt - eine reine Stutengruppe. Die "zicken" ein bisschen mehr als Wallache - mag sein. Aber nicht wirklich; dafür spielen sie weniger. Und dass sie sich in der Rosse bespringen, ist mir immer noch lieber, als wenn die Wallach sie bespringen und sich vielleicht noch darum zanken.

    Übrigens ist das mit der gleichgeschlechtlichen Zusammensetzung von Gruppen von Equiden nicht nur Asinus' und meine ganz private Meinung - nicht ohne Grund bevorzugt man in großen Ställen mit Offenstallhaltung gleichgeschlechtliche Haltung. Auch offiziell wird das empfohlen. Wallache sind nun mal geschlechtlose Wesen; und die sind eben anders und haben doch gewisse Kommunikationsprobleme mit Stuten und umgekehrt.


    uta

    Think positive - aber verschont mich bitte mit "likes".

    Diese Art Punkte zu sammeln mag ich nicht, will ich nicht und brauch sie auch nicht. Danke.

  • Hallo.

    Wie hast du dich entschieden?

    Ich habe nur Wallache, das kommt auch unter anderem davon, dass ich sehr spät gelegte Tiere dabei habe. Den Stress der dadurch evtl entstehen kann wollte ich keinen antun.

    Ansonsten habe ich vom Alter her von 6 bis 18 Jahre. Eigentlich wenn sich nicht die eine Person die den einen Esel geschätzt hatte sich nicht verschätzt hätte. Mir haben drei Personen die sich mit Esel auskennen. (Zahnarzt, Tierarzt, Osteopathin ) unabhängig voneinander gesagt, dass er das vor Jahren Mal war. Wahrscheinlich vor 20 Jahren. Diese Konstellation würde ich niemals machen. Sondern immer zwei Tiere mit ungefähr gleichen Alter und auch nicht mehr wie 12 Jahre auseinander wegen Zufütterung und Bewegung die sie im Rentenalter anders brauchen wie die jungen Tiere. Außer du hast den Platz um auch Mal zwei Gruppen laufen lassen zu können.

    Gruß Moni

  • Meine Stuten sind nicht verwandt und hatten beide (meines Wissens nach) nie ein Fohlen. Sie stehen erst seit 2,5 Jahren zusammen, damals ist meine andere Stute verstorben und ich habe eine neue Partnerin für meine zurückbleibende Stute gesucht. Sie kommen okay miteinander aus, betreiben aber beispielsweise keine Fellpflege. Bereits vor zwei Jahren, als ich nach unserem Verlust auf Eselsuche war, hatte ich das Problem, dass es kaum gesunde ausgewachsene Zwergeselstuten über 10 Jahren in annehmbaren Pflegezustand und zumindest mit den Basics (Equidenpass, geimpft, ...)... zu kaufen gibt. Die meisten waren in miserablem Zustand und wurden jahrelang vernachlässigt. Letzten Endes sind wir 600km nach Norddeutschland gefahren für unsere jetzige zweite Stute.
    Auch wenn ich eigentlich keinen Wert auf ein "reinrassiges" Tier lege, wäre das ein Grund für mich, einen Rasseesel aus seriöser Zucht zu nehmen ( zum Beispiel einen Mini oder eventuell ein kleines Exemplar der französischen Rassen), da ich den Eindruck habe, dass die oft in wesentlich besserem Zustand gehalten und verkauft werden. Ausserdem gebe ich zu - das Kindchenschema der Minis wirkt auch bei mir... sind schon sehr süß die Kleinen....


    Alles in allem habe ich keine Eile, und vom Platzangebot könnten wir theoretisch auch separieren, aber das Ziel wäre schon, eine Herde zu haben und nicht zwei getrennte Pärchen.


    Grüsse

  • Hallo, ich kann dir nur raten besuche jeden angeblichen Züchter. Ich habe damals viele besucht und oft war ich entsetzt, wie sie gehalten werden. Bei Nikoma und Pedro sind wir auch 600 Kilometer hin gefahren und 600 wieder zurück. Sie hatten keine Papiere und waren auch nicht billig, aber sie sind wirklich so klein geblieben. Ihr Eltern standen auch bei ihnen, ich bin ich jede Ecke gekrochen um zu sehen wie die Tiere aufgewachsen sind. Toll fand ich die Aufzucht wo ich, Heinrich, Herrmann und Emma her hatte (Zwergesel:rolleyes: ausser Heinrich der ist irgend wie zu groß geworden). Sie sind mit uns auf die Weide gegangen wo die Kleinen standen, da waren ihre Tanten, Mütter, Wallache es war eine riesige Gruppe. Sie kamen auf uns zu und wir konnten sie alle beobachten. Wir haben alle Tiere aus guter Haltung gekauft und auch viel glück gehabt, du hast ja Zeit suche langsam aus. Wir haben eine tolle Truppe von 9 Tieren und alle kommen gut miteinander aus.


    LG Petra


    P.S. Sie haben uns alle drei Esel gebracht um zu sehen wo sie leben werden das fanden wir toll

    Tiere jammern nicht wenn der Mensch fehler macht, sie danken es dir aber wenn du sie mit respekt behandelst.

    Edited once, last by Nikoma ().

  • Aber warum denn Züchter?

    Gibt es denn in Deutschland keine Notesel?

    Auch wenn man dann ein Tier in einem zunächst nicht so optimalen Zustand bekommt, ist es doch das schönste, einem armen vernachlässigtem Wesen geholfen zu haben und ein gesundes, lebenslustiges Eselchen daraus zu machen.

    Mit meinen beiden bin ich da schon auf einem guten Weg.


    Außderdem habe ich alle meine Hunde aus dem Tierschutz und nach einer gewissen Zeit immer den besten, den ich mir vorstellen konnte gehabt. Ich möchte die Erfahrungen die ich gemacht habe und das Glück, die Tiere aufleben zu sehen nie missen und würde es immer wieder so machen.


    Übrigens bin ich auch auf der Such nach "Verstärkung". Meine zwei sind ja Mutter und Tochter. Das ist zumindest für die Kleine vielleicht nicht so toll, immer nur mit Mama zu leben!?


    Zunächst hatte ich an einen Wallach gedacht. Doch Ihr habt mich da zum Nachdenken gebracht. Vielleicht eine dritte Stute? Oder ist es wahr, daß es günstiger ist "Zweierpäckchen" zu haben?


    Meine beiden sind 9 und 5 Jahre alt wobei Mama recht dominan ist.


    Vielleicht habt ihr Tipps für mich.

    Dankeschön vorab.


    Marita

  • Aber warum denn Züchter?

    Hallo Marita,

    ich habe selber auch nur "gestrandete Existenzen" in meinem Tierbestand. Aber es macht durchaus Sinn, auch Tiere von verantwortungsbewußten Züchtern zu kaufen. Sie können ihre Arbeit nur machen, wenn sie auch Absatz haben.

    Und wenn mehr Tiere aus solchen Haltungen kommen, gibt es langfristig auch weniger Notesel und insgesamt gesündere Tiere.

    Christine

    Das Pferd zieht, bis die Karre im Dreck steckt - und wird für seinen Fleiß gelobt.

    Der Esel hält rechtzeitig an - und wird für seine Faulheit bestraft.

  • Benny war ein Glücksgriff. Er stand 100 km von mir weg, er kam aus einer guten Haltung, war gesund, gepflegt, hatte einen Pass und war geimpft. Er wurde mit einem Shetty zusammen gekauft, den die Besitzerin unbedingt zum Fahren haben wollte. Zwei Mädchen haben sich in ihrem Reitbetrieb um ihn gekümmert. Als das nicht mehr ging wurde er verkauft, damit er nicht einfach nur rumsteht. So kam er zu mir.

    Manchmal hat man auch Glück bei der Suche.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Hallo Agnes,


    klar sind die Beiden noch bei mir. Sie sind putzmunter, waren noch nie krank und sind auch sehr neugierig und verschmust. Über meine Stuten gibt es kaum was zu berichten weil sie wirklich sehr brav sind, auch Carlotta und Isa erwähne ich nie. Die bei mir immer irgendwelche Flausen im Kopf haben sind nun mal die Jungs und die lassen sich immer wieder was neues einfallen.


    LG Petra

    Tiere jammern nicht wenn der Mensch fehler macht, sie danken es dir aber wenn du sie mit respekt behandelst.