Kranker Esel

  • Hallo,


    ich bin neu hier im Forum. Ich habe 2 Esel, eine Eselstute - 5 Jahre alt und einen Wallach, knapp 8 Jahre alt. Den Wallach haben wir vor etwa 5 Jahren von einem Viehhändler in Norddeutschland geholt. Verkauft wurde er als Einzeltier. Wir haben schnell gemerkt, daß er sich allein nicht wohl fühlt und uns nach einem Zweitesel umgesehen. In der Nähe wurde ein Stutfohlen angeboten, daß wir gekauft haben und nach 3 Monaten zu ihm gestellt haben. Gefüttert wird nur Heu und Karotten, sowie Mineralfutter. Sie kommen bei gutem Wetter täglich auf die Weide, ist das Wetter schlecht bleiben sie im Laufstall und wir gehen spazieren.


    Herr Schulz ist ein eher gemächlicher Esel, früh möchte er oft nicht aus dem Stall und ist eher langsam unterwegs.


    Donnerstag vor 2 Wochen fiel mir auf, daß er noch langsamer als sonst war, habe mir dabei aber nichts gedacht. Freitag wirkte er matt und wir haben den TA angerufen. Unser Tierarzt war nicht da, also haben wir einen TA für Großtiere angerufen, dieser kam am Samstag in der Früh, diagnostizierte eine leichte Kolik, verabreichte entsprechende Medikamente. Es ging ihm bis Sonntagabend auch besser, dann schlechter. TA kam gab nochmals Medikamente gegen Kolik, wieder wurde es besser. Am Dienstag stand er dann apathisch in der Box, tat sich mit dem Schlucken schwer, wieder TA, Verdacht auf Infekt, Antibiose und Vitamin B-Komplex. Kurzfristig ging es ihm auch besser, wir haben trotzdem unseren anderen TA angerufen, um mal ein Blutbild zu machen. Als dieser am Mittwoch kam, war die Apathie vorbei, dafür hing die Schnute schief und er kaute komisch. TA schloß Vergiftung nicht aus, Blut genommen, etwas gespritzt. Am Donnerstag fing er an sich zu drehen. Ein Leberwert war stark erhöht, also ab in die Tierklinik.


    In der Tierklinik wurde gleich auf Vergiftung behandelt, am nächsten Tag hatte sich sein Zustand etwas verschlechtert, er steht jetzt auch schief. Er bekam Flüssigkeit und Glucoseinfusionen, man hat verschiedene Untersuchungen gemacht, auch Rückenmarksflüssigkeit punktiert. Vergiftung schließt man nun aus, man geht auf einen Virusinfekt. Borna steht im Raum.


    Wir waren gestern bei ihm, der Zugang wurde gezogen, wenn man ihm Heu hinhält frisst er auch, ob er selbstständig trinkt, wissen wir nicht. Er steht immer noch schief und macht Drehbewegungen. Eine Frau war bei ihm, die Magnetresonanztherapie macht. Scheinbar wissen sie auch nicht so richtig weiter.


    Der Kontakt zur Klinik verläuft etwas schleppend, seit Sonntag haben wir nichts mehr gehört. Am Montag hat mein Mann angerufen und für Dienstag um Rückruf gebeten, der nicht erfolgt ist. Gestern haben wir für heute nochmal um Rückruf gebeten, mal sehen ob sich was tut. Sonntag waren noch nicht alle Werte da.


    Hatte jemand schon einmal eine ähnliche Situation?


    Es ist ein Alptraum.

  • Hi Tina

    Das ist sehr traurig,was du schilderst mit deinem Esel.Ich habe das drehen schon erlebt,es war bei meinem ehemaligem Zuchthengst.Leider hat er sich nicht erholt.Du solltest mal fragen,ob auf Borreliose untersucht wurde.Mein Bolonger hatte Borreliose und es bestand der Verdacht,das die Borrelien ins Gehirn vorgedrungen waren.

    Viel Glück

    LG Agnes

  • Ich muss leider auch etwas Ähnliches wie Agnes vermelden.

    Einer meiner Esel hatte Mikrofilarien, auch über Monate keine Diagnose bekommen. Als sie im Endstadium auch ins Gehirn gingen - da ging das mit dem Drehen los.


    Über Mikrofilarien ist leider im westlichen Europa (sie kommen hauptsächlich aus Osteuropa) nicht viel bekannt. Thorsten Naucke (kann man googeln) forscht daran und kann gute Ergebnisse vorweisen; er gibt Privatpersonen aber keine Auskunft. Für eine Tierklinik dürfte er in diesem Nischenthema ein guter Ansprechpartner sein. Vielleicht ein Tipp. Bei ihm erfährt man auch, wie und vor allen Dingen wann man Blut für ein Blutbild nehmen muss. Wenn man es "wie ein normaler Tierarzt" zu einer beliebigen Tageszeit macht, bekommt man kein Ergebnis. Mein Tierarzt hat sich leider erst nach dem Tod dieses Eselchens überzeugen lassen; aber zum Zeitpunkt, als ich Genaues erfuhr, war es sowieso schon zu spät...


    Mikrofilarien kann man behandeln; man muss nur wissen,wie. Th. Naucke wäre auch dafür ein Ansprechpartner. Nach dem Tod meines kleinen Noel habe ich prophylaktisch den ganzen Bestand behandelt, weil ich nicht wusste, ob eines meiner Tiere vielleicht ein "Schläfer" war, der selbst nicht erkrankt, aber Überträger ist. Noch eine so fürchterliche Krankengeschichte wollte ich keinem meiner Tiere und auch mir nicht zumuten.


    Gruß uta

    Think positive - aber verschont mich bitte mit "likes".

    Diese Art Punkte zu sammeln mag ich nicht, will ich nicht und brauch sie auch nicht. Danke.

    Edited once, last by Finchen ().

  • Danke für die Antworten Ganz ehrlich, ich weiß nicht auf was sie überhaupt untersuchen und überlege grad, ihn woanders hinzubringen. Aussage heute gegenüber meinem Mann war: Test auf Borna ist noch nicht da. Behandelt wird nicht, nur Blut genommen um zu sehen ob er mit dem was er frisst und trinkt auskommt. Die Symptome seien widersprüchlich und wenn sie auf etwas behandeln, was er gar nicht hat, dann wäre das evtl. kontroproduktiv. Er zupft ein wenig am Heu und trinkt auch etwas. Sie geben ihm Vitamine, aber sonst? Sie wollen nachforschen, wann der Test kommt, aber untersucht auf Borna wird in dem Labor wohl nur alle 2 Tage? Hä?

  • Bist Du in einer privaten Tierklinik oder in einer Uni-Klinik wie z.B. Düppel in Berlin?

    Ich würde auf jeden Fall klar verlangen, dass Ihr Auskunft bekommt, auf was der Esel untersucht wird. Natürlich macht es keinen Sinn, ins Blaue hinein zu behandeln - aber jede spezielle Untersuchung muss m.W. mit Euch im Vorhinein abgesprochen und von Euch genehmigt werden, nachdem man Euch über den Sinn und eventuelle Behandlungsmöglickeiten aufgeklärt hat.

    Schließlich zahlt Ihr. Bei dem Labor würde ich mal nachfragen, ob die tatsächlich nur alle zwei Tage auf Borna testen. Labore haben Telefonnummern. Ich habe dort bisher immer gute Auskunft bekommen.

    Mit dem Wegnehmen wäre ich allerdings vorsichtig - es sei denn, Du kennst eine Klinik Deines Vertrauens, die 100% besser ist... Als Tierhalter ist man leider oft relativ hilflos (nicht rechtlos, aber viele Tierhalter kennen ihre Rechte nicht wirklich).


    Viel Glück!

    uta

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  • Ganz ehrlich, ich weiß nicht auf was sie überhaupt untersuchen und überlege grad, ihn woanders hinzubringen. Aussage heute gegenüber meinem Mann war: Test auf Borna ist noch nicht da. Behandelt wird nicht, nur Blut genommen um zu sehen ob er mit dem was er frisst und trinkt auskommt. Die Symptome seien widersprüchlich und wenn sie auf etwas behandeln, was er gar nicht hat, dann wäre das evtl. kontroproduktiv. Er zupft ein wenig am Heu und trinkt auch etwas. Sie geben ihm Vitamine, aber sonst? Sie wollen nachforschen, wann der Test kommt, aber untersucht auf Borna wird in dem Labor wohl nur alle 2 Tage? Hä?

    Tina,vielleicht sollte dein Haustierarzt mal in der Klinik nachfragen.Manche TÄ in den Kliniken sind nicht so Auskunft-freudig und reden lieber mit Fachkräften.

    LG Agnes

  • Als Benny in die Klinik musste, hat mir meine TÄ auch von einer Klinik abgeraten und mir eine andere empfohlen. Dort war ich sehr zufrieden.

    Die Problem ist bei Dir nicht so einfach. Vielleicht wollen sie erst etwas sagen wenn sie sicher sind um Dich nicht unnötig zu verunsichern.

    Es ist schon eine schlimme Belastung wenn ein Tier etwas hat und man kann nicht richtig helfen. Man ist so hilflos.

    Ich drücke Dir die Daumen das es besser wird.

    Gruß aus Alfter
    Es gibt Tage im Leben eines Mannes, da sollte er seinen Hut nehmen, sein Pferd satteln und der Sonne entgegen reiten.

  • Hallo Tina.

    Wie geht es Deinem Stütchen? Habt Ihr neue Erkenntnisse?

    Meine Frage betr. Privatklinik/Uniklinik zielte dahin, dass es in Unikliniken wegen der Hierarchien

    und wechselnder Studenten/Assistenzärzte manchmal etwas schwieriger ist, eine Auskunft zu

    erhalten. In Privatkliniken kann man "gezielter bohren".


    Gruß uta

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